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Ewald Terhart, Münster
Allgemeine Didaktik:
Traditionen, Neuanfänge, Herausforderungen
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 13-34
Zusammenfassung
Die Allgemeine Didaktik steht vor großen
Herausforderungen. Inwieweit ist sie dazu in der Lage, diesen zu begegnen,
sie also z. B. teilweise in sich absorbierend aufzunehmen bzw. umgekehrt
diese Herausforderungen für ihre eigene produktive Weiterentwicklung zu
nutzen? Bei der Erörterung dieser Frage ist die Entwicklungsgeschichte der
allgemein-didaktischen Theorien und Denkansätze im deutschsprachigen Raum
mit zu berücksichtigen. In diesem einleitenden Beitrag geht es zunächst um
eine kurze Rekapitulation der Theorietraditionen (Abschnitt 1). Vor diesem
Hintergrund wird eine Kennzeichnung und Einschätzung von theoretischen bzw.
konzeptionellen Neuanfängen versucht (Abschnitt 2). Den Abschluss bildet die
Beschäftigung mit den Begründungsansätzen für die "Neuen Lernkulturen" und
das "informelle Lernen" – Ansätze, die insbesondere für die traditionelle
Schulzentriertheit der Allgemeinen Didaktik einige wichtige
Herausforderungen markieren (Abschnitt 3).
Schlüsselwörter:
Allgemeine Didaktik, Lehr-Lern-Forschung, Neurodidaktik, informelles Lernen |
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Summary
General Didactics: Traditions, New Beginnings, Challenges
In Germany, general didactics (Allgemeine Didaktik)
is facing some severe challenges, and it is not clear, how these challenges
can be met. In this context the development and dynamics of theories and
models of general didactics have to be considered. In the introducing
article of this special issue the important theoretical traditions of
general didactics in Germany are briefly sketched (part 1). Then new
approaches and conceptual innovations in the field are described and
evaluated (part 2). Finally, the theoretical and conceptual foundations of
"new learning cultures" and "informal learning" are discussed (part 3).
Keywords: general didactics, research on reaching,
neurodidactics, informal learning |
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Dennis Shirley, Boston, USA
The Coming of
Post-Standardization in Education: What Role for the
German Didaktik Tradition?
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 35-45
Summary
Recent reforms intended
to raise academic
achievement in the United States have resulted in a narrowing of the
curriculum, ethically dubious t of targeting some students and
neglecting others, and teachers' loss of professional discretion and
control. These perverse consequences of the standards and accountability
movements are leading to
a new age of "post-standardization" in which educators will re-assert
their pedagogical autonomy and appropriate philosophical and normative
legacies that can restore dignity and integrity to their profession.
This task is complicated in the Anglo-American context because of the
lack of a dynamic pedagogica1 canon. Given its signature themes of
Allgemeinbildung, humanism, and the integrity of the disciplines (Fachdidaktik),
the German Didaktik tradition provides a valuable resource for ensuring
that international discussions and debates about education can proceed
with fall awareness of the complexities and richness of the pedagogical
encounter.
Keywords. Didaktik, curriculum,
post-standardization
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Zusammenfassung
The Coming of Post-Standardization in Education: What Role for
the German Didaktik Tradition?
Reformen der letzten Zeit, die darauf abzielten, die
Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den Vereinigten Staaten
anzuheben, haben zu einer Begrenzung der Lehrpläne, zu ethisch fragwürdigen
Strategien der Konzentration auf einige Schülergruppen unter
Vernachlässigung anderer Schülergruppen und zum Verlust von professioneller
Diskretion und Kontrolle auf Seiten der Lehrer geführt. Diese inakzeptablen
Konsequenzen der Standardisierungsbewegung und der vergleichenden Evaluation
führen zu einer neuen Epoche der "Post-Standardisierung", in der Lehrer ihre
pädagogische Autonomie und ihre angemessene Erziehungsphilosophie und ihre
normativen Überzeugungen wieder neu behaupten werden, um die Dignität und
die Integrität ihrer Profession wieder herzustellen. Diese Aufgabe ist im
anglo-amerikanischen Kontext ziemlich kompliziert, weil es hier nicht einen
dynamischen pädagogischen Kanon gibt. Die deutsche Didaktik-Tradition kann
in dieser Situation, wenn man an ihre kennzeichnenden Themen der
Allgemeinbildung, des Humanismus und der Integrität der fachdidaktischen
Disziplinen denkt, eine wertvolle Grundlage dafür liefern, dass
internationale Debatten und Diskussionen über Erziehung in vollem
Bewusstsein der Komplexitäten und des Reichtums der pädagogischen
Interaktionen geführt werden.
Schlüsselwörter.
Didaktik, Curriculum, Post-Standardisierung
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Olaf Köller, Berlin
Bildungsstandards in
Deutschland: Implikationen für die Qualitätssicherung und
Unterrichtsqualität
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 47-59
Zusammenfassung
Im
vorliegenden Beitrag wird die aktuelle Diskussion um Bildungsstandards
aufgenommen und mit Blick auf die damit verbundenen pädagogischen Chancen
und Gefahren diskutiert. Nach einer knappen Einleitung folgt ein kurzer
Rückblick, in dem deutlich werden soll, dass Bildungsstandards nicht Ursache
sondern Folge von Versäumnissen im deutschen Bildungssystem sind, die
beispielsweise in TIMSS und PISA aufgedeckt wurden. Anschließend werden die
Bildungsstandards kurz charakterisiert und bildungstheoretisch verortet. In
diesem Zusammenhang wird ihre Fachspezifität hervorgehoben, aus der sich für
eine zukünftige Unterrichtsforschung ergibt, dass anstelle
allgemeindidaktischer fachliche und fachdidaktische Lehr-/Lernmodelle
präzisiert und näher erforscht werden sollten. Aus der Fachdidaktik heraus
haben sich infolge der Verabschiedung der Bildungsstandards in Deutschland
interessante Unterrichtsvisionen entwickelt, die exemplarisch angeschnitten
werden sollen (BWM u. a., 2006,
WALTHER u. a., 2007, TESCH u. a., 2008). Schließlich wird auf die Rolle der
Standards in einem System der Qualitätssicherung eingegangen und potenzielle
Nebenwirkungen werden skizziert.
Schlüsselwörter:
Bildungsstandards, fachliche und fachdidaktische Lehr-/Lernmodelle,
Unterrichtsforschung |
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Summary
Educational Standards in Germany: Implications for Quality
Assessment and Instructional Quality
This paper focuses on the current debate on
educational standards in Germany taking into account their chances as well
as risks for schools and teachers. After a short introduction it is argued
retrospectively that such standards are not the reason for but the
consequence of dramatic deficits of the German school system that were
detected in prior large scale assessments like TIMSS or PISA. Standards are
then characterized as domain-specific following to some extend the tradition
of literacy. However, they are clearly embedded in the German tradition of
the so-called Allgemeinbildung. According to research on learning and
instruction it is argued that future research should mainly focus on
teachers' didactical and content knowledge instead of pedagogical knowledge.
Recent didactical work (cf. BWM
et al. 2006, WALTHER et al., 2007, for mathematics; and TESCH et al.,
2008, for foreign language learning) has presented convincing
subject-specific ideas on how co improve standards-based classroom
instruction. Furthermore the role of educational standards in a strategy of
system-monitoring and school evaluation is elaborated. Here, ideas about
chances and risks for individual schools are presented.
Keywords: educational standards, domain specific
models of teaching and learning, classroom instruction research
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Uwe Hericks, Heidelberg
Bildungsgangforschung und
die Professionalisierung des Lehrerberufs. Perspektiven für die Allgemeine
Didaktik
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 61-75
Zusammenfassung
Der Beitrag thematisiert das Verhältnis von
Allgemeiner Didaktik als Wissenschaft vom Lehren und Lernen und der
Professionalisierung des Lehrerberufs. Die Kernthese lautet, dass ein
inhaltlich anspruchsvolles Verständnis von Bildung als Zielkategorie von
Schule und Unterricht zugleich den Ausgangspunkt einer pädagogischen
Professionalisierungstheorie darstellt. Für ein solches Programm stellt die
Bildungsgangforschung bzw. Bildungsgangdidaktik ein theoretisches und
methodisches Instrumentarium bereit, das mittlerweile in unterschiedlichen
empirischen Projekten erprobt werden konnte. Es besteht in einer
Orientierung an den subjektiven Bildungsgängen der Lernenden, an
fachspezifischen Kompetenzmodellen, die individuelle Lernfortschritte
abzubilden vermögen, am Aspekt der Reflexivität sowie an fallorientierten
Arbeitsformen auf der Basis rekonstruierter Unterrichtskommunikation.
Schlüsselwörter:
Professionalisierung von Lehrerinnen und Lehrern, Bildungsgangforschung,
Bildung, Allgemeine Didaktik |
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Summary
Research on Educational Experience and
Learner Development and Professionalizing Education: Perspectives for
General Didactics
This essay deals with the relationship between
General Didactics as the science of teaching and learning, and
professionalizing education. Its core argument maintains that a thematically
demanding concept of education as a goal of the school and of instruction
generally can simultaneously serve as the starting point for a theory of
professional development in education. Research on educational experience
and learner development or didactics based on these provides a theoretical
and methodological structure that has been tried and tested within a variety
of empirical projects. This structure is constituted by an orientation
towards the subjective educational experience of the learners,
subject-specific competence models able to portray individual learning
progress, and a focus on reflective thought as well as case-specific work
structures on the basis of reconstructed lesson communication.
Keywords: professional development of teachers,
research on learner development and educational development, general
education, general didactics |
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Hilbert Meyer, Oldenburg, im
Gespräch mit Meinert A. Meyer
Disput über aktuelle
Probleme und Aufgaben der Didaktik
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 77-86
Zusammenfassung
Es wird diskutiert, welche neuen Aufgaben der
Allgemeinen Didaktik im Verbund mit der empirischen Lehr-Lernforschung durch
die Einführung von Bildungsstandards gestellt werden. Die Allgemeine
Didaktik kann helfen, Unterrichtsstandards auszuformulieren und ein
facherübergreifendes Konzept kompetenzorientierten Unterrichts zu entwerfen.
Sie sollte dies aber in Tuchfühlung mir den Praktikern tun, um die
Implementation zu erleichtern.
Schlüsselwörter:
Kompetenzorientierung, Bildungsstandards, Unterrichtsstandards,
Unterrichtsentwicklung. |
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Summary
Hilbert Meyer in Dialogue with Meinert Meyer:
A Dispute on Present-Day Problems and Challenges of Didactics
This is a discussion as to which of the new
objectives of general didactics are being set by the introduction of
education standards in association with empirical research on teaching and
learning. general didactics can help to articulate education standards and
to design an interdisciplinary concept for competency-orientated
instruction. It should, however, undertake to do so in cooperation with
practitioners in order to ease the implementation process.
Keywords: competence orientation, educational
standards, instructional standards, instructional development |
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Karl-Heinz Arnold, Hildesheim,
und Barbara Koch-Priewe, Dortmund
Allgemein und fachlich
bildender Unterricht: Die integrative Perspektive der kritisch-konstruktiven
Didaktik
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 87-99
Zusammenfassung
Das im deutschsprachigen Bereich vermutlich
erfolgreichste Modell zur Vorbereitung von Unterricht ist die 1958 von
Wolfgang KLAFKI publizierte "Didaktische Analyse" und deren
Weiterentwicklung zum "Perspektivenschema der Unterrichtsplanung". Die weite
Verbreitung dieses Modells vor allem in der zweiten Phase der Lehrerbildung
ist insofern erstaunlich, als dessen Basis eine anspruchsvolle
bildungstheoretische Konzeption ist, die keinesfalls zur schematischen
Rezeptur für die Unterrichtsvorbereitung taugt. Das von Wolfgang KLAFKI
entwickelte, gesellschaftswissenschaftlich begründete Konzept der
Allgemeinbildung und die damit verknüpfte Ausarbeitung einer
kritisch-konstruktiven Didaktik ist in besonderer Weise geeignet, die
erzieherischen und die fachlich qualifizierenden Aufgaben von Unterricht zu
integrieren und mit pädagogischer Handlungsfähigkeit in einem
gesellschaftskritischen Verständnis von Schule zu verbinden. Zugleich können
die unterrichtsmethodischen Konzepte der Lehr-Lernforschung in die
Begrifflichkeiten der kritisch-konstruktiven Didaktik übersetzt bzw.
integriert werden.
Schlüsselwörter:
Didaktik, Allgemeinbildung, Unterrichtsplanung |
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Summary
General Education and Domain Specific
Instruction: The Integrative Perspective of Critical and Constructive
Didactics
The "didactic analysis" and the "perspective scheme
of lesson planning" as its revised version, both authored by Wolfgang KLAFKI,
is considered to be the most successful model of preparing lessons in the
German speaking - and some Northern European - countries. The model has
received broadest attention and use especially in the "second",
post-university phase of teacher education in Germany. This is surprising
because "didactic analysis" is founded in the theoretically demanding
background of the human science theory of education and does not at all
serve as a simple tool for everyday lesson preparation. Yet the concept of
general education ("Bildung") spelled out in the theoretical work of KLAFKI
and in his conceptualisation of "Critical-constructive Didactics" provides
for a fruitful integration of both general education and subject matter
teaching which are bound to teacher autonomy in a school system seen from
the standpoint of a critical theory of society. Although developed without
any reference to the "Bildung-centered Didactic" the empirical research on
teaching and learning strategies can be translated and integrated into the
language of Critical-constructive Didactics.
Keywords: didactics, general education, lesson
planning |
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Kirsti Klette,
Oslo and Stanford (Visiting Fulbright Professor)
Didactics meet
Classroom Studies
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 101-114
Summary
Didactics offers a rationale and a conceptual structure for interpreting,
understanding, classifying and framing educational purposes and practices.
In relation to schools, it focuses on the what (content), the who (teachers
and students) and the how (methods of teaching and learning). However, the
author argues that didactics has not fulfilled its potential as an
integrative and ordering theory and that it has not made adequate use of
empirical classroom research (from cognitive' psychology/learning theory on
the one hand and subject-matter didactics on the other). Besides, didactics
has not come up to a change of research from teaching and teachers to
learning and student research. The author underlines her evaluation with
reference to the Anglo-American and the Nordic tradition. She finds positive
development in the field, e.g. a change to process models in teacher
research, a shift from content analysis in the German Didaktik tradition
(Wolfgang KLAFKI'S 'Bildung') to domain-specific research. She deplores that
we still know very little about how students' learning is influenced by
differences in teaching activities. The author welcomes a methodological
development in classroom research towards rich observation with a variety of
research instruments and suggests that didactics as a core discipline should
live up to its potential in the future.
Keywords:
didactics and classroom studies; teaching, learning and subject matter
didactics |
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Zusammenfassung
Didaktik und Unterrichtsforschung
Die (Allgemeine) Didaktik bietet einen Rahmen und
eine konzeptuelle Struktur für die Interpretation, die Deutung, die
Klassifizierung und die Rahmung erzieherischer Absichten und Praktiken. Mit
Bezug auf die Schule konzentriert sich die Didaktik auf das Was (die
Unterrichtsinhalte), das Wer (Lehrer und Schüler) und das Wie (Methoden des
Lehrens und Lernens). Die Autorin stellt jedoch heraus, dass die Didaktik in
der Vergangenheit nicht dem entsprochen hat, was ihr als einer integrativen
und ordnenden Theorie mit Bezug auf die empirische Unterrichtsforschung (in
der kognitiven Psychologie/Lerntheorie einerseits und den Fachdidaktiken
andererseits) möglich wäre. Außerdem hat sie nicht auf einen Wechsel der
Forschung vom Lehren und den Lehrern zum Lernen und zur Schülerforschung
reagiert. Die Autorin belegt ihre Kritik mit Bezug auf die
englischamerikanische und die nordische Tradition. Sie findet hier positive
Entwicklungen, zum Beispiel den Wechsel zu Prozessmodellen in der
Lehrerforschung und einen Wechsel von Stoffanalysen, wie sie in der
deutschen Didaktiktradition mit Wolfgang KLAFKIS Bildungskonzeption üblich
waren, zu fachbezogener Forschung. Sie bedauert, dass wir immer noch viel zu
wenig darüber wissen, wie das Lernen der Schüler durch unterschiedliche
Lehraktivitäten beeinflusst wird. Sie begrüßt eine Entwicklung der
Unterrichtsforschung hin zu "reicher Beobachtung" und zu einer Vielzahl von
Untersuchungsmethoden und fordert, dass die Didaktik als Kerndisziplin dem,
was in ihr an Potential steckt, zukünftig auch entspricht.
Schlüsselwörter: Didaktik und Unterrichtsforschung;
Lehren, Lernen und die Fachdidaktiken |
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Meinert A. Meyer, Hamburg
Unterrichtsplanung aus der
Perspektive der Bildungsgangforschung
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 117-137
Zusammenfassung
Nach einer Einführung zur aktuellen Bedeutung der
Bildungsgangforschung und nach der Kennzeichnung der Bildungsgangdidaktik
als Handlungswissenschaft wird zunächst ein Beispiel für Unterrichtsanalyse
aus der Perspektive der Bildungsgangforschung gegeben. Das Beispiel,
Englischunterricht in der gymnasialen Oberstufe, eignet sich, um
"authentisches Lernen" zu beschreiben. Mit Bezug auf das Beispiel und über
es hinausgehend werden zwölf Gütekriterien für die Unterrichtsplanung
beschrieben und zum Teil empirisch abgesichert. Dem Spannungsverhältnis, das
sich dann ergibt, wenn die Allgemeinbildungsansprüche und die
Fachkulturanforderungen der Schule und die Bearbeitung von
Entwicklungsaufgaben durch die Schüler nicht übereinstimmen, kommt dabei
besondere Bedeutung zu. In einem reflexiven Nachfolgeschritt wird ein Modell
der Stufung der Gestaltung von Unterricht dargestellt und problematisiert.
Schlüsselwörter:
Bildungsgang, Entwicklungsaufgaben, Lernerfahrungen, Sinnkonstruktion,
Schülerpartizipation, Allgemeinbildung |
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Summary
Lesson Planning from the Perspective of
Research on Educational Experience and Learner Development
Following an introduction concerning the current
significance of educational experience and learner development and the
conception of didactics - based on this as a science of positive action, the
essay provides an example of teaching analysis from the perspective of
research on learners' experience. The example lends itself to a description
of "authentic learning". With reference to this example as well as reaching
beyond it, twelve criteria for lesson planning are described, some of which
are supported by empirical data. In doing so, particular attention is given
to the tension arising from a lack of consistency between general demands on
education, expectations from the relevant discipline within the school, and
the pupils' work on tasks geared towards development. Subsequently, the
paper reflectively portrays a model of various stages of classroom
interaction, and discusses the problems inherent in the model.
Keywords: learner development, developmental tasks,
educational experience, sense making, student participation, general
education |
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Brian Hudson, Umea,
Sweden
Didaktik Design
for Technology Supported Learning
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 139-157
Summary
This paper builds on earlier work which has explored differences between
traditions in relation to teaching and learning. It outlines the development
of an approach to the use of Information and Communications Technology (ICT)
to support learning and teaching based on the notion of Didaktik analysis.
The focus is on the design of teaching situations, pedagogical activities
and learning environments which aims to address the what, why and how of ICT
use. Discussion focuses on the nature of design, the conception of teaching
as a design profession, subject didactics as design science and Didaktik
design for technology supported learning as a generic field of didactics
which is applicable across the range of specific subject didactics. The role
of research is discussed at a range of levels from the macro to the micro
involving consideration of its role at the course or curriculum level. These
ideas form the basis of an Integrative Didaktik Design (IDD) framework, and
an example of the application of this philosophy and approach to development
of ICT for learning in the field of teacher education at a national level is
presented.
Keywords:
ICT; learning; Didaktik design; instructional design |
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Zusammenfassung
Didaktisches Design für das Lernen mit Informations- und
Kommunikationstechnologien
Der Beitrag bezieht sich auf frühere Arbeiten, in
denen der Autor die Differenzen zwischen den didaktischen Traditionen
untersucht hat, die sich mit Bezug auf das Lehren und Lernen entwickelt
haben. Der Beitrag skizziert die Entwicklung des Einsatzes der Informations-
und Kommunikationstechnologien (ICT) bei der Unterstützung von Lern- und
Lehrprozessen im Sinne der Didaktischen Analyse Wolfgang KLAFKIS. Er
beschäftigt sich mit dem Design von Lehrsituationen, pädagogischen
Aktivitäten und Lernumgebungen, und dies mit der Zielsetzung, das Was, das
Warum und das Wie des ICT-Gebrauchs zu bearbeiten. Die Erörterung
konzentriert sich dabei auf die Natur des Entwurfs, das Verständnis von
Lehren als einer Design-Tätigkeit, auf die Fachdidaktiken als
Design-Wissenschaften und auf ein Didaktisches Design für
kommunikationstechnologisch unterstütztes Lernen als einen eigenständigen
Bereich, der auf die verschiedenen speziellen Fachdidaktiken bezogen werden
kann. Die Rolle der Forschung wird auf verschiedenen Ebenen diskutiert, von
der Makro- bis zur Mikroebene, wobei ihre Rolle auf Kurs- bzw. auf
Curriculum-Ebene erörtert wird. Die Überlegungen bilden das Fundament für
ein Integratives Didaktik-Design (IDD). Sie ermöglichen zugleich ein
Beispiel für die Anwendung dieses Ansatzes bei der Entwicklung der
Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) für Lernprozesse im
Bereich der Lehrerbildung auf nationaler Ebene.
Schlüsselwörter: Informations- und
Kommunikationstechnologie, Lernen, Didaktisches Design, Design von
Lehrsituationen |
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Matthias Trautmann, Bielefeld,
und Beate Wischer, Bielefeld
Das Konzept der Inneren
Differenzierung - eine vergleichende Analyse der Diskussion der 1970er Jahre
mit dem aktuellen Heterogenitätsdiskurs
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 159-172
Zusammenfassung
Das Konzept der Inneren Differenzierung wird
gegenwärtig als eine zentrale didaktisch-methodische Problemlösungsstrategie
für den Umgang mit Heterogenität an deutschen Schulen betrachtet. Nach einer
Analyse des Problems wenden wir uns zunächst der Diskussion der 1970er Jahre
zu, in der Innere Differenzierung schon einmal als Innovationsstrategie mit
großen Hoffnungen belegt wurde. Wir vergleichen die dort verwendeten
Argumente mit dem aktuellen Heterogenitätsdiskurs. Der Vergleich ergibt
große Übereinstimmungen und insofern ein hohe Traditionalität der Argumente,
einschließlich einiger damit verbundener Probleme, die wir in einem
kritischen Fazit abschließend reflektieren.
Schlüsselwörter: Innere
Differenzierung, Heterogenitätsdiskurs, Vergleichende Analyse |
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Summary
The Concept of Differentiation in the
Classroom: a Comparative Analysis of the Discussion of the 1970s with the
Current Heterogeneity Discourse
The concept of differentiation inside the classroom
is currently regarded as a central didactic and methodological
problem-solving strategy for dealing with heterogeneity in German schools.
Following an analysis of the problem, we will initially turn to the
discussion of the 1970s, during which this strategy was seen as an
innovative design on which great hopes were placed. We will compare the
arguments used back them with the current discourse on heterogeneity. The
results of the comparison demonstrate considerable similarities and thus a
large portion of tradition within the arguments, including some problems
connected to this tradition. These will ultimately be reflected upon in a
critical conclusion.
Keywords: differentiated instruction, student
diversity, comparative study |
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Martin Rothland, Münster
Allgemeine Didaktik -
disziplinäre Bestimmungen zwischen Willkür und Pragmatismus, Theorie und
Praxis
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 173-185
Zusammenfassung
Die Allgemeine Didaktik als Element der
Schulpädagogik weist im Gegensatz zu anderen Bereichen der
Erziehungswissenschaft bereits eine längere Lehrbuchtradition auf. In diesem
Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie die Allgemeine Didaktik in
etablierten und neueren Lehr- und Studienbüchern, die man zu den
Standardwerken für die erziehungswissenschaftliche Lehre zählen kann,
disziplinär bestimmt wird und welches Wissenschaftsverständnis den
Bestimmungsversuchen zugrunde liegt. Als Ergebnis zeigt sich, dass die
disziplinären Charakterisierungen in den Studien- und Lehrbüchern in ihrer
Vielfalt, vor allem aber in ihrer willkürlich erscheinenden Zuordnung von
Begriffen wie Theorie, Wissenschaft, eigenständige wissenschaftliche
Disziplin und Teildisziplin sowie in ihrer Widersprüchlichkeit nicht der
realen disziplinären Gestalt und Struktur der Erziehungswissenschaft
entsprechen. Zudem wird kritisiert, dass die Allgemeine Didaktik in den
Lehrbüchern in der Tradition der geisteswissenschaftlichen Pädagogik als
Wissenschaft bzw. alternativ als Theorie von der Praxis für die Praxis
markiert wird.
Schlüsselwörter:
Allgemeine Didaktik, Schulpädagogik, Lehrbücher, wissenschaftliche
Disziplinen |
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Summary
General Didactics:
Disciplinary
Definitions between the Arbitrary and the Pragmatic, and between Theory and
Practice
General didactics as an element of school pedagogy already possesses a long
textbook tradition, unlike other areas of education science. This essay will
pursue the question as to how general didactics is defined by the discipline
and the understanding of science on which such attempted definitions are
based, in both established and more recent textbooks generally regarded as
the standard works of teacher training. The result demonstrates that the
disciplinary characterisations in the books for studying and teaching do not
correspond to the real disciplinary shape and structure of education
science, neither in their diversity not - and more importantly in their
apparently random ordering of such concepts as theory, science, independent
academic disciplines and sub-disciplines as well as in their contradictory
nature. Furthermore, the essay criticises the fact that general didactics is
marked in textbooks as a science or, alternatively, as a theory of practice
for practitioners, quite in the tradition of education science within the
arts and humanities.
Keywords: general didactics, school pedagogy, textbooks,
scientific disciplines |
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Lydia Murmann, Hamburg
Phänomenographie und
Didaktik
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 187-199
Zusammenfassung
Die Phänomenographie ist ein Forschungsansatz zur
Erfassung von Lernerperspektiven und wurde im Kontext didaktischer
Fragestellungen in den 1970er Jahren in Schweden entwickelt. Ihr liegt die
Überzeugung zugrunde, dass die Qualität von Aufgabenverständnissen und
Inhaltsverständnissen Lernender zentral für deren weiteren Lernerfolg ist.
Die Beispiele betreffen a) frühe Forschungsarbeiten, die sich mit
Studierendenperspektiven auf die Aufgabentypen "Essay schreiben" bzw.
"Lernen durch Textlektüre" befassten" und b) zwei Lerninhalte des
Sprachunterrichts: "Warum schwimmt ein Containerschiff?" und "Was ist ein
Schatten?". Ergebnisse phänomenographischer Untersuchungen werden als
Kategoriensätze formuliert. Jede Kategorie beschreibt die Konstitution eines
Aufgabenverständnisses oder eines Lerninhaltes aus Lernersicht. Der
Kategoriensatz reflektiert das Spektrum sämtlicher empirisch festgestellter
Verständnisse und konturiert diese hinsichtlich didaktisch relevanter
Unterschiede - als Prädiktor für andere Lerngruppen. Phänomenographische
Kategorien dienen der Entwicklung didaktischer Strukturierungen und als
diagnostisches Hilfsmittel zur Einschätzung von Lernvoraussetzungen und
Lernerfolgen.
Schlüsselwörter:
Sachunterricht, Physikdidaktik, Phänomenographie, Methodologie, Lernen,
Grundschule, Beschreibungskategorien |
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Summary
Phenomenography and Didactics
Phenomenography is a research approach developed in
Sweden during the 1970s to tackle content-related educational questions. Its
research results reflect learners' perspectives, since the Göteborg team
held the conviction "that students' ways of experiencing the learning task
and the learning situation - their approaches to learning - were seen as the
most fundamental aspect of differences in learning." (MARTON 2000, p. 103)
Examples are concerned with early research focussing on reading tasks and
essay-writing, and with two examples from elementary science classes, i.e.
"why do heavy ships float?" and "what is a shadow?". Results from
phenomenographic research are given as "categories of description". Each
descriptive category represents the constitution of a certain type of
learners' perspectives on a task or a specific content, respectively. Each
set of phenomenographic categories reflects the "outcome space" of all
understandings that were empirically accessible. Differences between
categories focus on "educationally critical" differences. Phenomenographic
categories may be used to support the development of learning material and
the structure of teaching sequences: at the same time, they serve diagnostic
objectives in terms of assessing the success of content-related learning.
Keywords: elementary science, research in science
education, phenomenography, methodology, learning, elementary school,
categories of description |
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Georg
Breidenstein, Halle (Saale)
Allgemeine Didaktik und
praxeologische Unterrichtsforschung
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 201-215
Zusammenfassung
Um bei der empirischen Fundierung didaktischen
Denkens der Komplexität des reflexiv zu durchdringenden Unterrichtsa11tages
entsprechen zu können, bedarf es eines ethnographischen, "praxeologischen"
Typus von Unterrichtsforschung, der sich auf die Analyse sozialer Praktiken
richtet. Zunächst werden einige Probleme der didaktischen Tradition aus
Sicht der Unterrichtsforschung skizziert. Dann werden verschiedene Ansätze
ethnographischer Unterrichtsforschung vorgestellt, um für eine Fundierung
der Unterrichtsbeobachtung in einer "Theorie sozialer Praktiken" zu
plädieren. Die ethnographische Unterrichtsforschung ist demnach als "praxeologische
Forschung" zu konturieren, die die spezifischen sozialen Praktiken
identifiziert und in ihrer Eigenlogik analysiert, die das alltägliche
Unterrichtsgeschehen konstituieren. Die praxeologische Unterrichtsforschung
orientiert sich weder am "Input" des Unterrichts, den Einstellungen,
Absichten und Zielen von Lehrpersonen, noch am "Output", den
Schülerleistungen im Sinne der pädagogisch-psychologischen
Schulleistungsmessung, sondern an der "Performanz" des Lehrens und Lernens,
an dem praktischen Vollzug von Unterricht. Der Beitrag präsentiert zur
Veranschaulichung zwei empirische Beispiele und diskutiert abschließend das
Verhältnis von praxeologischer Unterrichtsforschung und Allgemeiner
Didaktik, das als ein doppeltes Spannungsverhältnis zwischen Präskription
und Deskription und zwischen rationalen Akteuren und selbstläufigen
Praktiken konzipiert werden muss.
Schlüsselwörter:
Ethnographische Unterrichtsforschung; Theorie sozialer Praktiken;
Schülerperspektive |
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Summary
General Didactics and Praxeological Research on Classroom
Teaching
Living up to the complexity of everyday life in the
classroom when giving empirical evidence for didactic concepts, demands an
ethnographical, "praxeological" type of instructional research, orientated
towards the analysis of social practices. First of all, the essay sketches
some problems of the didactic tradition from the perspective of classroom
teaching research. Then it presents various approaches of ethnographical
classroom research in order to suggest anchoring classroom observation in a
"theory of social practices". Ethnographical instructional research is thus
to be regarded as "praxeological research" that identifies and analyses the
relevant specific social practices constituting everyday life in the
classroom. Praxeological classroom instructional research is orientated
neither towards the "input" to the lessons like the attitudes, intentions or
goals of the teachers, nor towards the "output" like the pupils' performance
in the sense of an educational and psychological measurement of performance.
Rather, it is focused on the "performance" of teaching and learning and on
the practical achievements of classroom instruction. The essay presents two
empirical examples as illustration and discusses the relationship between
praxeological classroom instructional research and general didactics, which
must be conceived as a double tension between prescribing and describing and
between rational operatives and autonomous practices.
Keywords: ethnography of instruction; theory of social
practices; students' perspective |
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Kurt Reusser, Zürich
Empirisch fundierte Didaktik
– didaktisch fundierte Unterrichtsforschung. Eine Perspektive zur
Neuorientierung der Allgemeinen Didaktik
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 219-237
Zusammenfassung
Die Didaktik als Berufswissenschaft professionell
agierender Lehrpersonen bedarf zu ihrer Erneuerung der Integration mit der
pädagogisch-psychologischen und fachdidaktischen Lehr-Lernforschung.
Gleichzeitig tut die empirisch-sozialwissenschaftliche Bildungsforschung gut
daran, sich proaktiv mit den genuinen Fragen der Didaktik als Theorie des
professionellen Handelns von Lehrpersonen auseinander zu setzen. Während es
der traditionellen Allgemeinen Didaktik an der empirischen Fundierung durch
die kognitionswissenschaftliche Forschung mangelt, fehlt der empirischen
Bildungsforschung ein durch Bildungstheorie und Didaktik informierter
Referenzrahmen zur Bestimmung der pädagogisch-fachlichen Handlungs- und
Gestaltungsaufgaben professionell Lehrender. Wie ein solcher Rahmen gewonnen
und praxisnah konzipiert werden kann, wird mit Blick auf eine
Neuorientierung der Allgemeinen Didaktik dargelegt.
Schlüsselwörter:
Allgemeine Didaktik, Unterrichtsqualität, Lehr-Lernforschung,
Lehr-Lernkultur, didaktische Professionalität, Lehrerbildung |
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Summary
Empirically Founded Didactics – Didactically Founded
Instructional Research
To bring about a renewal of didactics as a
vocational science of professionally active teachers, it needs to be
integrated with pedagogical-psychological and subject-didactical teaching
and learning research. At the same time, empirical-social scientific
educational research would be well advised to take a proactive look at
didactics as a theory of professional action of teachers. While in
traditional general didactics, an empirical foundation through research from
cognitive science is missing, empirical educational research lacks a frame
of reference informed by educational theory and didactics for determining
the pedagogical-subject-based action and design tasks of professional
teachers. How such a framework can be acquired and conceived in a practical
manner will be expounded in view of the re-orientation of general didactics.
Keywords: general didactics, instructional quality,
teaching and learning research, teaching and learning culture, didactic
professionalism, teacher education |
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Sigrid Blömeke und Christiane
Müller, Berlin und East Lansing, Michigan
Zum Zusammenhang von
Allgemeiner Didaktik und Lehr-Lernforschung im Unterrichtsgeschehen
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 239-258
Zusammenfassung
Die Allgemeine Didaktik und die Lehr-Lernforschung
beanspruchen, bedeutsame Merkmale des Unterrichtsgeschehens zu erfassen. Sie
stellen den Anknüpfungspunkt für eine Videostudie dar, in der
Unterrichtsgeschehen auf Merkmale untersucht wird, die aus den Zugängen der
Allgemeinen Didaktik und der Lehr-Lernforschung abgeleitet werden. Das
Kategoriensystem besteht aus 22 Kategorien, mit denen sieben
Unterrichtsdimensionen erfasst werden: Unterrichtszeit, Akteure, Sozialform,
Aufgabenqualität, Umfang, Inhalt und Form der verbalen Interaktion. Die
Stichprobe der Studie besteht aus 25 videographierten Unterrichtsstunden in
den Fächern Deutsch, Informatik und Mathematik der Jahrgangsstufen 11 bzw.
12. Die Kodierung erfolgte niedriginferent im 5-Sekunden- bzw.
I-Minuten-Takt. Die Ergebnisse zeigen charakteristische Zusammenhänge
zwischen den analysierten Kategorien, die auf unterschiedliche
Unterrichtsskripte hindeuten. Allgemeine Didaktik und Lehr-Lernforschung
tragen dabei jeweils eigenständig zur Analyse von Unterricht bei. Die beiden
Disziplinen könnten insofern von einer stärkeren gegenseitigen Wahrnehmung
profitieren, sodass die Erfassung des Unterrichtsgeschehens verbessert
würde.
Schlüsselwörter:
Videostudie, Allgemeine Didaktik, Lehr-Lernforschung, niedrig-inferente
Kodierung |
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Summary
On the Relationship between General Didactics and Research on
Teaching and Learning in the Classroom
The German tradition of "Allgemeine Didaktik" and
the tradition of teaching and learning research represent two distinctive
approaches to analyze lessons. The present video study uses coding rubrics
which were developed based on results from both approaches. Overall, 22
codes were developed measuring seven dimensions of teaching and learning:
lesson time, actors in class, work mode, task quality as well as amount,
content and type of verbal interaction. The sample consists of 25 lessons in
German, ICT and mathematics in grade 12 and 13. The coding was done in a
low-inferent way using a 5-second or I-minute time-code respectively. Core
results are telling correlations between the single codes which indicate
basic instructional scripts. "Allgemeine Didaktik" and teaching and learning
research both contribute to this result to a significant extent. Analyzes of
teaching and learning would therefore profit from a continuous exchange
between them.
Keywords: video study, didactics, teaching and
learning research, low-inferent coding |
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Tina Seidel, Katharina Schwindt, Rolf
Rimmele und Manfred Prenzel, Jena und Kiel
Konstruktivistische
Überzeugungen von Lehrpersonen: Was bedeuten sie für den Unterricht?
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 259-276
Zusammenfassung
Der Beitrag geht der Frage nach der Bedeutung von
konstruktivistischen Überzeugungen von Lehrpersonen für ihr unterrichtliches
Handeln und für das Lernen der Schülerinnen und Schüler nach. Hierzu werden
Daten der IPN-Videostudie genutzt, die Auskunft über Überzeugungen der
Lehrpersonen (Wissenschaftsverständnis; Lernen von Schülerinnen und
Schülern: Fragebogen), ihre Unterrichtspraxis (aus Sicht der Lehrpersonen
selbst: Fragebogen; aus Sicht von außen stehenden Beobachtern:
Videoanalysen) und Informationen über Lernprozesse von Schülerinnen und
Schülern (Wissen: Wissensrest und Interesse: Fragebogen) liefern. In die
Analysen (Regressionen; HLM) wurden 50 deutsche Physiklehrpersonen mit 1249
Schülerinnen und Schülern einbezogen. Die Ergebnisse bestätigen nicht alle
Annahmen, indem sie zwar auf einen Zusammenhang zwischen dem Verständnis von
Wissenschaft und der Sichtweise auf das Lernen von Schülerinnen und Schülern
hinweisen, jedoch keinen Beleg dafür liefern, dass ein konstruktivistisches
Lernverständnis vermehrt zu lernunterstützenden Unterrichtsformen und
positiveren Lerngewinnen auf Seiten der Schülerinnen und Schüler führt.
Schlüsselwörter:
Überzeugungen; Lehrpersonen; Unterrichtspraxis |
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Summary
Constructivist Beliefs of Teachers and their
Significance for the Classroom
This essay investigates the role of constructivist
beliefs of teachers for teaching practices and the learning processes of
students. The data of a national video study (1PN video study) are analyzed
using information on teachers' beliefs (about the nature of science, student
learning: teacher questionnaire), teaching practices (from the perspective
of teachers:teacher questionnaire; independent observers: video analysis)
and student learning (knowledge: test; interest: student questionnaire).
Multi-level analyses include 50 German physics teachers and their 1249
students. The results show diverse findings that do not support all assumed
conjectures. They demonstrate a systematic relationship between teacher
beliefs about the nature of science and the nature of student learning.
However, it has not been possible to show that a constructivist
understanding of student learning is related to student-oriented teaching
practices and a positive knowledge and interest development of the students.
Keywords: beliefs; teachers; teacher practices |
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Edith Braun und Bettina
Hannover, Freie Universität Berlin
Zum Zusammenhang zwischen
Lehr-Orientierung und Lehr-Gestaltung von Hochschuldozierenden und
subjektivem Kompetenzzuwachs bei Studierenden
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 277-291
Zusammenfassung
Verschiedene Studien sprechen dafür, dass Lehrende,
die Wissenserwerb als Ergebnis eines aktiven Konstruktionsprozesses
verstehen (studierendenfokussierte Lehr-Orientierung), Lernprozesse
wirkungsvoller unterstützen können als Lehrende, die Wissenserwerb als
Ergebnis des Transports von Wissen vom Lehrenden zum Lernenden verstehen (lehrendenfokussierte
Lehr-Orientierung). In der vorliegenden Studie wird in einer Stichprobe von
68 Lehrveranstaltungen (68 Lehrende, 451 Studierende) a) eine
deutschsprachige Version des im angelsächsischen Raum am häufigsten
verwendeten Messinstruments zur Erfassung der Lehr-Orientierung von
Hochschuldozierenden (Approaches to Teaching Inventory) geprüft; es wird
gezeigt, dass b) Dozierende in Abhängigkeit ihrer Lehr-Orientierung ihre
Hochschullehre unterschiedlich gestalten; und es wird c) in einem
mehrebenenanalytischen Design nachgewiesen, dass sich die Lehr-Orientierung
des Dozierenden im subjektiven Kompetenzgewinn der Studierenden
niederschlägt.
Schlüsselwörter:
Lehr-Orientierungen, Lehrgestaltung, Hochschulforschung, BEvaKomp (Berliner
Evaluationsinstrument für selbsteingeschätzte Kompetenzen)
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Summary
On the Relationship between the Orientation and Design of
Teaching by University Lecturers and Subjective Increases in Students’
Competence
Various studies have supported the claim that tutors
who understand knowledge gain as part of an active process of construction
(student-orientated instruction) are able to more effectively support
learning processes than tutors who regard it as part of knowledge
transmission from the tutor to the learner (teacher-orientated instruction).
This study, using a random sample of 68 lectures or seminars (68 tutors, 451
students), will firstly test a German-language version of the most
frequently used measuring instrument in the Anglo-American context to
analyse orientation in the instruction of university tutors (Approaches to
Teaching Inventory). The study will then show that tutors design their
teaching differently depending on their teaching orientation. Finally, the
study will demonstrate in a multilateral analysis that tutors' teaching
orientation is reflected in the subjective competence gain on the part of
the students.
Keywords: approaches to teaching, design of teaching,
higher education research, Berlin evaluation instrument for subjective gain
in competences |
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Andreas Körber und Bodo von
Borries, Hamburg
Historisches Denken - Zur
Bestimmung allgemeiner und domänenspezifischer Kompetenzen und Standards
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 293-311
Zusammenfassung
Das Verhältnis von Fachdidaktik und Allgemeiner
Didaktik ist immer wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen um
Eigenständigkeit und Abgrenzung bzw. Vereinnahmung der fachlichen
Perspektive gewesen. Gerade die Geschichtsdidaktik definiert sich seit
längerem fast ausschließlich von einer Theorie des Faches her,
vernachlässigt damit aber die Perspektive des Lernens. Insbesondere die
Ausbildung einer belastbaren Vorstellung von Lernprogression ist ihr kaum
gelungen. Die Autoren vertreten in dieser Situation die These, dass mit
Hilfe eines fachspezifischen Kompetenzmodells und unter Bezug auf die
bildungsgangtheoretische Konzeption der Entwicklungsaufgabe die Verbindung
einer vom Fach her erfolgenden Bestimmung des Lerngegenstandes mit
Überlegungen zu Niveaustufen und Lernabfolgen sowie eine fachlich valide
Diagnostik von Lernständen möglich ist. Sie skizzieren dies an einzelnen
Beispielen aus eigenen Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter:
Geschichtsdidaktik, Fachdidaktik, Allgemeine Didaktik,
Kompetenzorientierung, Historisches Denken, Bildungsgangforschung,
Bildungsstandards |
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Summary
Thinking Historically – On the Definition of General
and Domain Specific Competencies and Standards
The relationship between domain specific didactics
and general didactics as disciplines is a traditionally controversial issue.
The didactics of history in particular has defined its own domain from the
perspective of academic historiography, and neglected the perspective of
learning. Most of all, it has not succeeded in creating a resilient concept
of learning progression. The authors suggest rhat a combination of a
domainbased definition of learning subjects with concepts of niveau and
sequence would be rendered possible by means of a domainspecific competence
model and with reference to a concept of the function of historical learning
based on the idea of developmental tasks.
Keywords:
history didactics, domain specific didactics, general didactics, orientation
on competencies, historical thinking, research on learner development and
educational experience, education standards |
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Kaspar H. Spinner, Augsburg
Bildungsstandards und
Literaturunterricht
in:
ZfE,
Sonderheft 9-08, S. 313-323
Zusammenfassung
In
diesem Beitrag werden die Schwierigkeiten erörtert, die sich bei der
Formulierung und Überprüfung von Bildungsstandards zum literarischen
Verstehen ergeben. Es werden die Grenzen bisheriger Kompetenzmodelle (PISA,
IGLU, DESI u.a.) gezeigt, die der Vieldeutig literarischer Texte, der
Vorstellungsbildung beim Lesen und der subjektiven Involviertheit des
Textrezipienten nicht gerecht werden. Hingewiesen wird auch auf die
fachüberschreitenden Kompetenzen wie das psychologische Verstehen, die
Vorstellungsfähigkeit und die ästhetische Sensibilität, zu denen
Literaturunterricht beiträgt, die jedoch in den Bildungsstandards kaum
berücksichtigt sind.
Schlüsselwörter:
Bildungsstandards, Literaturunterricht, Kompetenzmodelle |
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Summary
Educational Standards and Literary
Instruction
This essay will discuss the difficulties inherent in
formulating and monitoring education standards for literary comprehension.
It will reveal the boundaries of previous competency models (e.g. PISA, IGLU,
DESI), which do not do justice to the ambiguity of literary texts, the work
of the imagination whilst reading, and the subjective involvement of the
reader. The essay will further point out the interdisciplinary competencies
encouraged by learning about literature, such as psychological
comprehension, imagination and aesthetic sensitivity, competencies which
are, however, barely taken into consideration by education standards.
Keywords: educational standards, literature
instruction, competency models |
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