Edwin Keiner

Zur Konstruktion erziehungswissenschaftlicher Forschung aus der Perspektive der OECD
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 13-23

Zusammenfassung

Qualität und Standards erziehungswissenschaftlicher Forschung sind nicht nur Gegenstand wissenschaftstheoretischer oder disziplinpolitischer Debatten, sondern auch Objekt der Interessen großer international-globaler Agenturen der Wissenschaftspolitik und -steuerung. Mit ihrem Gutachten über "Educational Research and Development in England" hat die OECD erstmals Analysen und Empfehlungen für die wissenschaftspolitische Steuerung einer europäischen Erziehungswissenschaft vorgelegt, die erheblichen Einfluss auch auf Erziehungswissenschaften anderer europäischer Nationen haben wird. Der Beitrag analysiert den "OECD Examiners' Report" in seiner Bedeutung und möglichen Folgen für die deutsche Erziehungswissenschaft im Kontext einer "European Educational Research Area".
Summary

The quality and standards of educational research are not solely objects of scientific or disciplinary debates, but also an object of interest for large global agencies of scientific policy and steering. With its review of "Educational Research and Development in England", the OECD has presented for the first time analyses and recommendations for the scientific policy and political steering of an European Educational Science, which will also influence the framework of Educational Sciences in other European nations. This contribution analyses the importance of the "OECD Examiners' Report" and its possible implications for Educational Science in Germany within the context of the European Educational Research Area.


Michael J. Feuer/Lisa Towne/Richard J. Shavelson

Scientific Culture and Educational Research
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 25-44

Zusammenfassung

Das Gesetz "No Child Left Behind" aus dem Jahr 2001 verpflichtet durch Bundesmittel finanzierte Geldempfänger, ihre Etats ausschließlich für empirisch fundierte Strategien auszugeben. Das Gesetz beinhaltet Definitionen von Forschungsqualität, die auch im strategischen Plan der Regierung sowie im Entwurf für die Wiederautorisierung der US-Behörde für erziehungswissenschaftliche Forschung und Verbesserung deutlich zum Ausdruck kommen. Diese Initiativen stellen eine seltene Gelegenheit und eine erhebliche Herausforderung an das Fachgebiet dar: Was sind die effektivsten Wege mehr und bessere erziehungswissenschaftliche Forschung zu fördern? In diesem Artikel, der sich auf einen vor kurzem veröffentlichten Bericht des National Research Council bezieht, argumentieren die Autoren, dass der primäre Schwerpunkt auf die Unterstützung sowie auf die Bestärkung der Wissenschaftskultur in der erziehungswissenschaftlichen Forschung gesetzt werden sollte. Obwohl sich der Artikel auf die wissenschaftliche Forschung als eine wichtige Form der Wissenschaftskultur konzentriert, gilt die Aufforderung zum Aufbau einer stärkeren Forschungsgemeinschaft allgemein. Insbesondere argumentieren die Autoren, dass die Entwicklung einer Wissenschaftskultur von einzelnen Forschern abhängt. Sie sollen von der Führung der Berufsverbände und von einer Agentur für erziehungswissenschaftliche Forschung auf nationaler Ebene unterstützt werden.
Summary

The 'No Child Left Behind Act' of 2001 requires federal grantees to use their funds on evidence-based strategies. The law includes definitions of research quality, which are also featured prominently in the administration's strategie plan and in draft language for the reauthorization of the U.S. Office of Educational Research and Improvement. These initiatives pose a rare opportunity and formidable challenge to the field: What are the most effective means of stimulating more and better scientific educational research? In this article, which draws on a recently released National Research Council report, the authors argue that the primary emphasis should be on nurturing and reinforcing a scientific culture of educational research. Although the article focuses on scientific research as an important form of educational scholarship, the call for building a stronger sense of research community applies broadly. Specifically, the authors argue that the development of a scientific culture rests with individual researchers, supported by leadership in their professional associations and a federal educational research agency.

Hermann Josef Abs/Eckhard Klieme

Standards für schulbezogene Evaluation
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 45-62

Zusammenfassung

Das aktuell wachsende Interesse an Fragen der Evaluation wird durch Entwicklungen in der Disziplin Erziehungswissenschaft und in der Steuerung des Bildungswesens begründet. Sodann wird ein Verständnis von Evaluation als Prozess erläutert und anhand von drei grundsätzlichen Paradigmen (Forschung, Entwicklung, Legitimation/Kontrolle) ausdifferenziert. Ausgehend davon wird nach Quellen von Standards gefragt, die den beschriebenen Evaluationsparadigmen gerecht werden: Standards wissenschaftlicher Methodologie, Standards der Evaluationsprofession und zusätzliche Standards, die sich aus der bisherigen Evaluationspraxis in Schulen und Schulsystemen ergeben, werden dargestellt und exemplarisch hinsichtlich ihrer teilweise unterschiedlichen Bedeutungen in den einzelnen Paradigmen untersucht. Abschließend wird der potentielle Nutzen von Standards schulbezogener Evaluation diskutiert.
Summary

This contribution will start out with an explanation of the increasing interest in evaluation, which is based on developments in the discipline of education science and in educational policy. An understanding of evaluation as a process will be elucidated and further differentiated by means of three paradigms (research, development, legitimation/control). Sources of standards which are appropriate to each paradigm are subsequently sought: Standards of scientific method, professional standards for evaluators and standards, which have evolved from the existing experience within school evaluation projects will be presented. The different meanings of each within the context of the three paradigms are examined. Finally the potential utility of standards in school evaluation is discussed.

Ralf Bohnsack

Standards nicht-standardisierter Forschung in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 63-81

Zusammenfassung

Die nicht-standardisierte bzw. qualitative Forschung orientiert sich in ihren etablierten Strömungen an komplexen Standards - auch wenn diese bisher nur ansatzweise begrifflich expliziert wurden. Da diese Standards aus der Forschungspraxis heraus entstanden sind, geht deren Explikation der Praxis nicht voraus, sondern folgt erst nach erfolgreich etablierter Praxis auf dem Wege ihrer empirischen Rekonstruktion. Diese Art der methodologischen Begründung und methodischen Verfahrensweise ist Kennzeichen einer "naturalistischen" oder "rekonstruktiven" Epistemologie und stellt ihrerseits bereits einen der wesentlichen Qualitätsstandards qualitativer Methoden dar. Im Sinne einer rekonstruktiven Vorgehensweise sind die wissenschaftlichen Konstruktionen wie auch deren Standards solche zweiten Grades. Den Konstruktionen und ihren Standards kommt nur dann Gültigkeit und Zuverlässigkeit zu, wenn sie in genauer Kenntnis, also auf dem Wege einer Rekonstruktion der Common Sense-Konstruktionen als solchen ersten Grades und deren Standards (der "natürlichen Standards"), entwickelt worden sind. Dabei zeichnen sich rekonstruktive Verfahren als wissenschaftliche Verfahren durch einen ,Bruch mit dem Common Sense' aus im Sinne eines Wechsels der Analyseeinstellung von der Frage danach, was die (gesellschaftliche) Wirklichkeit ist zur Frage danach, wie diese hergestellt wird. Vor diesem Hintergrund können innerhalb der qualitativen Methoden die 'offenen' von den rekonstruktiven Verfahren unterschieden werden. Nur letztere werden den Qualitätsstandards gerecht. Sie ermöglichen den (methodisch kontrollierten) Zugang zu fremden Erfahrungsräumen und Weltanschauungen als selbstreferentiellen Systemen auf der Basis systematischer Kontextuierung. Dabei operiert auch die qualitative resp. rekonstruktive Forschung nicht im theoretisch Voraussetzungslosen, sondern ist in besonderer Weise theoriebasiert. Für die Realisierung des Anspruchs der Generierung gegenstandsbezogener Theorien ist eine Fundierung in grundlagentheoretischen (metatheoretischen) Kategorien unabdingbare Voraussetzung. - Insbesondere die Bildinterpretation (Ikonologie) und das Problem der Generalisierung stellen Herausforderungen qualitativer bzw. rekonstruktiver Forschung dar, für die bisher erst in Ansätzen Standards entwickelt worden sind.
Summary

Non-standardized or qualitative research is (as far as its established trends are concerned) based on complex standards - although these standards have only just begun to be explicated. As these standards have been developed in research practice, their explication does not precede but follows practice by being reconstructed out of it. This way of methodological foundation and of using methods is a characteristic of a "naturalistic" or "reconstructive" epistemology and is itself already a crucial standard of qualitative methods. That means, that - in the sense of such a reconstructive process of research - the scientific constructions as well as their standards are those of "the second degree". They are awarded validity and reliability only when they have been developed on the basis of an exact knowledge about the common sense constructions as constructions of "the first degree" and about their standards (as "natural standards"). Reconstructive methods are characterized as scientific methods by a 'break with common sense' in the sense of changing the orientation of analysis: a change from the question of what (social) reality is to the question how it is accomplished or constructed. In these respects we can make a difference in the field of qualitative research between 'open' and 'reconstructive' methods. Only the latter can be said to meet the standards of quality. Reconstructive methods enable a (methodically controlled) access to unknown spheres of experiences, to unknown "Weltanschauungen" as self-referential systems, through systematic contextualization. However, reconstructive research does not operate without theoretical presuppositions. To meet the demands of generating substantive theories, a foundation in basic theoretical (meta-theoretical) categories is indispensable. - Challenges concerning the further developments of standards of quality are to be found especially in the field of the interpretation of pictures (iconology) and in respect of the problems of generalization.

Peter Diepold

Elektronisches Publizieren
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 83-94

Zusammenfassung

Der Aufsatz stellt die Möglichkeiten und Anforderungen an die Arbeitsweise von Autoren, Verlagen und Dokumentenservern dar, die sich für ein Publikationswesen ergeben, wenn sie qualitativ hochstehende Beiträge nicht nur gedruckt auf Papier, sondern in digitaler Form im Internet oder auf CD-ROMs oder DVDs im Rahmen einer virtuellen Bibliothek veröffentlichen. Die Nutzung von Möglichkeiten eines weltweiten Retrievals durch die dokumentarische Erschließung mittels Metadaten und der sofortigen Verfügbarkeit auf dem heimischen Bildschirm erfordern neue Verhaltensweisen bei Autoren und Verlagen. Am Beispiel des DFG-Projekts "Dissertationen Online" werden Lösungen dargestellt, wie sie die Deutsche Bibliothek inzwischen in Kooperation mit den Hochschulbibliotheken umsetzt und wie sie exemplar für elektronisches Publizieren wissenschaftlicher Dokumente sein können. Es wird die Rolle der DGfE als Fachgesellschaft in einem interdisziplinären und internationalen Verbund diskutiert und Empfehlungen für die Verbesserung der Qualität digitaler Veröffentlichungen gemacht. Sie betreffen die Veröffentlichungssprache, DGfE-Autorenempfehlungen und die Förderung der notwendigen Kompetenzen zum elektronischen Publizieren im Studium der Erziehungswissenschaft.

Summary

This paper presents the possibilities for authors, publishers and documentation servers, and the requirements of them, when high quality texts are not only published on paper, but also in digital form on the internet, on CD-ROMs or DVDs within the context of a virtual library. The use of the possibilities of a world-wide retrieval system through meta-data and immediate availability on home-PCs requires new ways of working on the part of authors and publishers. The currently implemented solutions in a cooperation between the German National Library and university libraries for the DFG-project "Dissertations Online" will be presented as an example of the electronic publication of scientific texts. The role of the German Society für Educational Science as a learned society in an interdisciplinary and international context will be discussed and recommendations for improving the quality of digital publications will be made. These relate to publication language, author recommendations by the German Society for Educational Science and the promotion of the necessary competencies for digital publishing in Educational Science courses.  

Diann Rusch-Feja

European Social Science Citation Index - a chance for promoting European research? Report on the EEJR Panel Discussion in Hamburg 2003 and Suggestions for an Educational Research Citation Index
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 95-104

Zusammenfassung

Die Sicherung der Qualität von Publikationen gehört zu den Herausforderungen, die im Kontext der immer üblicher werdenden und in immer dichterer Abfolge sich ereignenden Evaluationsverfahren der Erziehungswissenschaft der Lösung noch bedürfen. Angesichts der Fülle von Publikationen und neuen technischen Möglichkeiten dafür gilt es nicht zuletzt, eine neue Balance zu finden zwischen spezialisierter (fach-)öffentlicher Verbreitung erziehungswissenschaftlicher Resultate und Standpunkte und solcher Verbreitung, die sich dem Fach insgesamt öffnet und damit für seine Weiterentwicklung zur Verfügung steht. Der folgende Beitrag präsentiert eine Diskussion darüber, wie Prozesse der Qualitätssicherung für Publikationen aus dem "Europäischen Forschungsraum" in Gang gebracht werden können, die zugleich für eine stärkere internationale Sichtbarkeit der in Europa betriebenen und publizierten erziehungswissenschaftlichen Forschung sorgen könnten.

Summary

In the context of increasingly common and frequent evaluations in Educational Science, the assurance of the quality of publications belongs to those challenges, which have not yet been solved adequately. In the face of new technical possibilities and the sheer volume of publications, it is important to find a new balance between a specialist public communication of the results and points of view of Educational Science and internal communication within the discipline, which promotes the development of the discipline as a whole. This contribution presents a discussion on how processes of quality assurance for publications within the European Research Area can be initiated which provide a better international visibility of research both carried out and published in Educational Science in Europe.

Lothar Wigger

Standardisierung des Studiums der Erziehungswissenschaft durch ein Kerncurriculum
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 107-117

Zusammenfassung

Die Diskus
sion um ein "Kemcurriculum Erziehungswissenschaft", die in der Erziehungswissenschaft schon vor dem Bologna-Prozess begann, wird als Versuch dargestellt, die Probleme des erziehungswissenschaftlichen Studiums (Vielfalt unterschiedlicher Studiengänge, Heterogenität des Studienangebots, Unverbindlichkeit des dargebotenen und Unbestimmtheit des anzueignenden Wissens) durch Standardisierung zu lösen. Es werden die Strukturmerkmale eines Kemcurriculums beschrieben, und es werden die zusätzlichen, ebenfalls thematisierten Probleme skizziert, die in dieser Diskussion die Verständigung über Standardisierung als Lösung einiger Probleme erziehungswissenschaftlicher Ausbildung erschweren. Abschließend wird dem Konsens über die Inhalte des Kerncurriculums in Hinblick auf die an verschiedenen Standorten realisierten Curricula und den Perspektiven der Implementation eines Kerncurriculum nachgegangen.

Summary

The debate regarding a core curriculum for Educational Science, which began even before the Bologna-Process, is presented as the attempt to solve a variety of specific problems within Educational Science courses (multitude of different courses, heterogeneity of course provisions, lack of compulsory elements in the knowledge provided and lack of definition of the necessary knowledge). The structural characteristics of a core curriculum will be described and additional issues will be sketched which have inhibited a common understanding of standardization as a solution to the problems of Educational Science training in the debates. In the closing section the consensus on the contents of a core curriculum will be examined in respect of the implementation of curricula at various locations and perspectives for such a realization discussed.

Fritz Oser/Ursula Renold

Kompetenzen von Lehrpersonen - über das Auffinden von Standards und ihre Messung
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 119-140

Zusammenfassung

Erfolg im Handeln von Lehrkräften gründet sich nicht primär auf Wissen, sondern vor allem auf das Kompetenzprofil der Lehrerinnen und Lehrer. Der Beitrag stellt den Ansatz einer Generierung und Formulierung von komplexen Standards für schulisches Lehrhandeln vor. Standards werden dabei nicht als Wissensbestände oder automatisierte Skills konzipiert. Vielmehr geht es um die Formulierung auch normativ bewertbarer Kompetenzprofile, die in unterschiedlichen Anforderungskontexten von Lehrkräften beherrscht werden müssen. Es besteht der Anspruch, dass diese Kompetenzen prinzipiell messbar und vergleichbar - und damit auch optimierbar sind. Skizziert wird im Beitrag ein Forschungsprojekt, in dem versucht werden soll, entsprechende Standards für das Lehrhandeln zu definieren und filmisch zu dokumentieren. Ziel ist die Entwicklung eines Diagnoseinstruments zur Erfassung der professionellen Kompetenz von Lehrkräften, das auch in die Weiterbildung von Lehrpersonen eingebunden werden kann.

Summary

Successful teaching is not primarily based on knowledge, but above all on the competency profile of teachers. This contribution presents an approach for generating and formulating complex standards for teachers' actions in a school setting. However, standards will not be conceived of in terms of key knowledge or automated skills. Instead the approach focuses on the formulation of normative competency profiles, which must be mastered in different teaching settings. These competencies should be both measurable and comparable and, therefore, offer teachers a benchmark for the optimization of their actions. This paper will sketch a research project which attempted to define such standards for teachers and to document them on film. The ultimate aim is to develop an instrument for diagnosing teachers' professional actions, which can also be used in courses of continual professional development for teachers.

Christiane Schiersmann

Standards für erziehungswissenschaftliche Hauptfachstudiengänge (Bachelor- und Masterstudiengänge)
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 141-151

Zusammenfassung

Ausgangspunkt des Beitrages bildet die Einschätzung, dass die Erziehungswissenschaft in Bezug auf Hauptfachstudiengänge um die Einführung von Bachelor-/Master-Studiengängen nicht herumkommen wird, unabhängig davon, ob diese neue Struktur als begrüßenswert angesehen wird oder nicht. Nach einer Beschreibung der Ausgangssituation im Fach Erziehungswissenschaft und dem Verweis auf den in Bezug auf die Studienzahl hohe Bedeutung dieses Faches werden die bisherigen bzw. sich abzeichnenden Entwicklungen in den neuen Studiengängen im Hinblick auf die folgenden Aspekte reflektiert: Studiengangsystem, Studienziel, Studienstruktur und inhaltliche Ausgestaltung, System der Credit Points und Abschlüsse, Arbeitsmarktrelevanz sowie Implementierungsprobleme. Als Fazit ist eine bundesweit sehr heterogene Entwicklung zu konstatieren, bei der Standards in Bezug auf die inhaltliche und organisatorische Ausgestaltung der neuen Studiengänge noch kaum in Sicht sind.

Summary

This paper starts out with the assessment that educational science courses cannot avoid the introduction of Bachelor and Master course structures, irrespective of whether this development is seen positively or not. After describing the status quo in this subject area and pointing out the significance of the subject in terms of student numbers, the current and emerging trends in the following areas will be reflected upon: study system, objectives of study, course structure and content, credit points and qualifications, relevance for the job market and implementation problems. It can be concluded that the developments within Germany are very heterogeneous and that common standards regarding the content and the organization of the new courses are hardly visible.

Thomas Rauschenbach/Ivo Züchner

Ausbildungsstandards im Lichte des Arbeitsmarkts - Anforderungen an die Reform erziehungswissenschaftlicher Studiengänge
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 153-174

Zusammenfassung

In
Deutschland existiert eine lange Tradition der Einführung und Reform von Studiengängen, ohne dass die entsprechenden Platzierungseffekte der einstigen Studierenden auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt worden sind. Der Beitrag plädiert für eine verstärkte Berücksichtigung der arbeitsmarktspezifischen Folgen erziehungswissenschaftlicher Hauptfach-Studiengänge in den Debatten um künftige Ausbildungsstandards. Zunächst lotet er die gegenwärtig bestehenden Grenzen dieser Vorgehensweise aus. Anschließend werden anhand ausgewählter Ergebnisse eines DFG-Forschungsprojekts zum beruflichen Verbleib von Hauptfach-Pädagogen und -Pädagoginnen die bislang ungenutzten Möglichkeiten aufgezeigt, aus derartigen Erkenntnissen Rückschlüsse auf die Organisation von Studiengängen und damit verbundenen Ausbildungsstandards zu ziehen.

Summary

In Germany there is a long tradition of reforming courses without reflecting on the respective effects for chances on the job market. This contribution argues for more consideration of this perspective. To begin with, the limitations of such an approach will be shown. Subsequently and on the basis of a DFG-research project on the professional careers of students of education, the - until now unused - opportunities for using such information to draw conclusions for the organization of courses and the necessary training standards will be presented.

Heinz-Hermann Krüger/Melanie Fabel-Lamla

Promotionskollegs und Graduiertenzentren - Standards für die Strukturierung der Doktorandenphase
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 175-194

Zusammenfassung

Im Mittelpunkt dieses Beitrages steht die Analyse derr Nachwuchssituation und -ausbildung im Fach Erziehungswissenschaft sowie die Entwicklung von Qualitätsstandards für die Verbesserung der Nachwuchsförderung. Dabei wird nicht nur geprüft, inwieweit die Erziehungswissenschaft bereits Anschluss an aktuelle nationale und internationale Entwicklungen in Richtung auf eine stärkere Strukturierung der Doktorandenausbildung und auf die Einrichtung von Graduiertenkollegs/-zentren gefunden hat. Vielmehr werden auch konkrete Vorschläge für eine Reform der erziehungswissenschaftlichen Hauptfachausbildung, die Einbettung von Graduiertenkollegs und -zentren sowie deren Evaluation entwickelt.

Summary

This paper centers on an analysis of young academics' training in Educational Science and the development of quality standards for improving their support. It will examine to what extent Educational Science already conforms to the current national and international trends towards a clearer structuring of post-graduate training and the establishment of graduate colleges or centers. Furthermore, concrete recommendations for a reform of Educational Science training, for the establishment of graduate centers and for their evaluation will be presented.

Lutz R. Reuter

Standards und Leistungsprofilkriterien für Juniorprofessuren und Habilitanden und Anforderungen an die Evaluationsverfahren
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 195-210

Zusammenfassung

Unbeschadet der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Nichtigkeit der fünften Novelle zum Hochschulrahmengesetz ist die neue Personalkategorie der Juniorprofessur, durch die qualifizierten jungen Nachwuchskräften ein früherer Zugang zu selbständiger Forschung und Lehre ermöglicht werden soll, nicht grundsätzlich umstritten. Juniorprofessoren müssen sich einer Zwischen- und ggf. einer Abschlussevaluation unterziehen. Der Beitrag gibt einen Überblick über bestehende Evaluationsregelungen und entwickelt Evaluationskriterien für Juniorprofessoren und für Habilitanden, weil davon auszugehen ist, dass beide Qualifikationsmodi nebeneinander bestehen werden.

Summary

Irrespective of the decision of the Constitutional Court on the invalidility of the fifth amendment to the Higher Education Framework Law, the establishment of the Junior Professor, which gives' young academics autonomy in research and teaching earlier, is in principle not controversial. Junior professors have to pass both an intermediate and concluding evaluation. This paper reviews current evaluation regulations and develops common evaluation criteria for both Junior professors and the traditional Habilitationen, since it can be assumed that both qualification modi will remain elements of the system.

Stefan Hornbostel

Benchmarking der Forschung in der Erziehungswissenschaft
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 213-226

Zusammenfassung

Angesichts steigenden Wettbewerbsdrucks im Hochschulsystem, wachsender institutioneller Gestaltungsautonomie und vergleichender öffentlicher Berichterstattung über die Leistung der Hochschulen in Forschung und Lehre gewinnt Benchmarking an Bedeutung für hochschulinterne und -externe Steuerungsprozesse. Der Beitrag beleuchtet die Verfahrensschritte im Benchmarking, diskutiert zentrale Indikatoren und prüft am Beispiel der Erziehungswissenschaft die Aussagekraft gebräuchlicher Forschungsindikatoren. Die Reliabilität der Indikatoren wird anhand scheinbar widersprüchlicher Ergebnisse des Datenreports Erziehungswissenschaft und des CHE-Hochschulrankings sowie eines Zeitvergleichs untersucht. Empfehlungen zur Entwicklung von Standards und Indikatoren beschließen den Beitrag.

Summary

In the context of increasingly competitive pressure, growing institutional autonomy and comparative public monitoring of the performance of institutions of higher education in teaching and research, the importance of benchmarking for internal and external steering processes is increasing. This contribution illustrates the steps in the implementation of benchmarking, discusses central indicators and investigates - in the case of Educational Science - the meaningfulness of common research indicators. The reliability of these indicators will be examined over time and in the face of apparently contradictory results between the Report on Educational Science and the ranking of the Center for Higher Education Development (CHE). The article concludes with recommendations for the development of standards and indicators.

Bernhard Schmidt/Rudolf Tippelt

Lehrevaluation
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 227-241

Zusammenfassung

Lehrevaluation ist neben der Forschungsevaluation ein zentraler Bereich der Qualitätsmessung im Hochschulsektor. In ihrem Fokus können sowohl einzelne Veranstaltungen als auch Studiengänge und Fachbereiche stehen. An den Hochschulen findet Lehrevaluation mit unterschiedlichen Zielsetzungen statt, was sich u.a. in der Wahl der Evaluatoren, dem Evaluationszeitpunkt und der Evaluationsinstrumente niederschlägt. Unabhängig davon sind allgemeine Kriterien für konstruktive und aussagekräftige Evaluationen zu identifizieren, wie sie das Joint Committee for Evaluation entwickelte. Lehrevaluationen die sich an diesen Gütekriterien orientieren und sich um eine klare Formulierung von Gegenstand und Ziel der Evaluation bemühen, können entscheidende Impulse für die Verbesserung der Lehrqualität auf Veranstaltungs- und Fachbereichsebene geben. Studentische Veranstaltungskritik erwies sich dabei in verschiedenen empirischen Studien und auch im Kontext virtueller Lehrangebote als valide Methode der Lehrevaluation und kann mit quantitativen oder qualitativen Methoden erhoben werden.

Summary

Next to research assessment, teaching evaluation is a central area of quality measurement in higher education. The focus can be on individual lessons, study programs or departments. Evaluations have different objectives, which effects inter alia the choice of evaluators, the timing of the evaluation and the instruments used. Irrespective of these differences, general criteria for constructive and meaningful evaluations have been developed by the Joint Committee for Evaluation. Teaching evaluations based on these standards, which define clearly the objects of evaluation and formulate concisely the objectives of the assessment; can lead to decisive impulses for the improvement of teaching quality at a11 levels. Student evaluations have been shown in various empirical studies and in the context of courses with e-learning elements to be a valid method of teaching evaluation and can be carried out using both qualitative and quantitative methods.

Gabriele Löschper

Gleichstellungskriterien bei Prozessen der Standardisierung in der Erziehungswissenschaft
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 243-255

Zusammenfassung

Der Beitrag plädiert für Qualitätsmaßstäbe bei der Standardisierung der Erziehungswissenschaft, die sich am Ziel der Gleichstellung der Geschlechter und der Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit orientieren. Gleichstellungsbezogene Qualitätskriterien werden für die Inhalte der Erziehungswissenschaft, ihre Institutionen, die Leistungen der Repräsentanten und Repräsentantinnen der Erziehungswissenschaft sowie die Evaluation der Erziehungswissenschaft formuliert und zu konkretisieren versucht. "Equality" -Standards erweisen sich als der Qualitätsssicherung und -verbesserung der Erziehungswissenschaft als Disziplin insgesamt dienliche Maßstäbe und nicht als lediglich additive oder „fremde“ zu den im Fach Erziehungswissenschaft selbst entwickelten Richtwerten.

Summary

This contribution argues for quality measures for the standardization of Educational Science which have the objective of gender equality and the implementation of gender rights. Quality criteria for equality will be formulated for the content of Educational Science, for its institutions, for the performance of its representatives and for the evaluation of Education Science. Equality standards prove to be useful as integral elements of procedures for quality assurance and not simply as additive or "alien" to the measures already developed by the discipline of Education Science.

Hans- Dieter Daniel

Mehrstufige Evaluationsverfahren für Fachbereiche - das Beispiel der Evaluationsstelle der Universität Zürich
in: ZfE, Beiheft 4-05, S. 257-267

Zusammenfassung

Für die Qualitätssicherung in Forschung und Lehre an Universitäten haben sich mehrstufige peer review-gestützte Evaluationsverfahren bewährt. Auf die interne Selbstbewertung folgt eine externe Begutachtung durch Peers. An die Phase der externen Evaluation durch Peers schließt sich die Erarbeitung und Umsetzung einer Zielvereinbarung bzw. eines Maßnahmenprogramms an (Follow-up). Der Beitrag beschreibt das mehrstufige peer review-gestützte Evaluationsverfahren der Universität Zürich sowie dessen Beurteilung durch die beteiligten Gutachter (Peers).

Summary

Multi-step evaluation procedures are well established for quality assurance in research and teaching. An internal self-evaluation is followed by an external review by peers. Improvement programmes or goal-catalogues are subsequently drawn-up on the basis of the peers' recommendations. This contribution describes the multi-step procedure at Zurich University and its assessment by the peers involved.

 


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