Manfred Weiß

Stichwort: Bildungsökonomie und Qualität der Schulbildung
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 168-182

Zusammenfassung
Anknüpfend an einen früheren Stichwortartikel des Autors skizziert der Beitrag aktuelle Entwicklungen innerhalb der Bildungsökonomie. Der Fokus liegt auf einer kritischen Würdigung ihres Forschungsbeitrags zu den Bedingungsfaktoren der Bildungsqualität im Schulbereich. Besonderes Interesse gilt hier neuerdings den als Anreizstrukturen wirkenden institutionellen Rahmenbedingungen von Schulsystemen. Ihnen wird eine Überlegenheit gegenüber ressourcenbezogenen Strategien der Qualitätsverbesserung attestiert. Die empirische Basis liefern Produktionsfunktionsschätzungen unter Verwendung von Datensätzen internationaler Schulleistungsstudien. Hingewiesen wird auf den eingeschränkten Aussagegehalt der damit gewonnenen Forschungsergebnisse und die insgesamt widersprüchliche empirische Befundlage. Angebracht ist deshalb eine größere Zurückhaltung bei Politikempfehlungen.

Schlüsselwörter: Bildungsökonomie, Produktionsfunktions-Ansatz, Qualität der Schulbildung, Ressourcenwirksamkeit, Wirksamkeit von Institutionen

 

Summary
Keyword: Education Economics and Quality of Schooling
With reference to an earlier keyword article from the same author, this contribution looks at recent developments in education economics. The focus is a critical review of the field’s contribution to research on the necessary conditions for high quality schooling. Of particular interest at the moment are the institutional framework conditions in a school system, which set incentives for performance. These are judged to be better than resource-based strategies of quality assurance. The empirical basis is provided by estimates of production functions using data from international school performance studies. This article will point out the limited validity of evidence gained through these studies and the - in sum -contradictory empirical findings. For this reason, political recommendations on the basis of this approach should be more reserved.

Keywords: education economics, efficiency of institutions, production function approach, quality of schooling, resource efficiency


Hubert Strauß/Romina Boarini

Der Einfluss von Bildungs- und Wirtschaftspolitik auf den Ertrag des Hochschulstudiums in 21 OECD-Landern
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 183-213

Zusammenfassung

In diesem Beitrag werden neue Schätzungen der durchschnittlichen privaten Ertragsrate des Hochschulstudiums in 21 OECD-Ländern vorgestellt. Im Jahr 2001 streute die Ertragsrate international erheblich um ihren Durchschnitt von 8½ Prozent — von 4 Prozent für Frauen in Italien bzw. 5 Prozent für Männer in Spanien bis 14 Prozent in Irland. Für den Durchschnitt eines Landes sind Geschlechterunterschiede meist gering. Deutschland bleibt mit einer Ertragsrate von 6¼ Prozent hinter dem OECD-Durchschnitt zurück. Den größten Beitrag zum Studienertrag liefert der im Vergleich zu Nicht-Akademikern höhere Stundenlohn („Lohnprämie“), den größten Kostenblock stellt das während des Studiums entgangene Einkommen dar. Maßgeblich für die Unterschiede zwischen den Ländern sind die Bruttostundenlohnprämie (von 27 Prozent in Spanien bis 91 Prozent in den Vereinigten Staaten und Ungarn), die Studiendauer, die Grenzsteuerbelastung sowie die direkten Kosten des Studiums. Außerdem wird der Effekt von Politikreformen auf die Ertragsraten gezeigt. Als Ergebnis der simulierten Erhöhung von Studiengebühren um 15 Prozent des durchschnittlichen Bruttojahreseinkommens würde die Ertragsrate um 0,8 bis 1,6 Prozentpunkte sinken (Deutschland: 1,1 Prozent). Dieser Rückgang könnte durch eine Verkürzung der Studiendauer um knapp ein Semester und eine geringere Progression in der Einkommensteuer kompensiert werden.

Schlüsselwörter: Bildungsrendite, privater Ertrag, qualifikatorische Lohndifferenzierung, Studiengebühren, Studiendauer

 

Summary
Returns to Higher Education in 21 OECD Countries: The impact of economic - and university policies
We present new estimates of the private internal rate of return (IRR) to Higher Education (HE) in 21 OECD countries. In 2001 the IRR varied considerably across countries, ranging from 4 percent for women in Italy (5 percent for men in Spain) to 14 percent in Ireland. IRR are relatively homogeneous across gender. At 6¼ percent the IRR for Germany falls short of the OECD average (8½ percent). The largest contributor to benefits from HE is the educational wage premium; the largest contributor in costs is foregone income while studying. Cross-country differences in IRR are driven by differences in the wage premium (27 percent in Spain versus 91 percent in Hungary and the United States), in the duration of HE, the marginal tax rate, and direct costs of HE. We then simulate the effect of policy reforms on the IRR. An increase in tuition fees equivalent to 15 percent of average national income would reduce the IRR by 0.8 to 1.6 percentage points (Germany: 1.1 percent). Shortening the duration of studies by 10 percent and reducing the progressiveness of the income tax schedule would compensate for the fall in the IRR.

Keywords: Private return, returns to education, skill wage differentiation, study duration, tuition fee


Ludger Wößmann

Die Bildungsfinanzierung in Deutschland im Licht der Lebenszyklusperspektive: Gerechtigkeit im Widerstreit mit Effizienz?
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 214-233

Zusammenfassung
Theoretisch und empirisch lässt sich ein Lebenszyklus der Bildungsfinanzierung belegen, in dem die Erträge von Bildungsinvestitionen mit zunehmendem Alter tendenziell abnehmen. Dabei sind die Erträge im frühkindlichen Bereich tendenziell höher für Kinder aus sozial benachteiligten Schichten, während sie im Erwachsenenbereich tendenziell höher sind für Personen, die bereits eine hochwertige Bildung genossen haben. Damit gibt es zwischen Gerechtigkeit und Effizienz einen Einklang in frühen Phasen und einen Widerstreit in späten Phasen des Bildungslebenszyklus. Im Gegensatz zu dem von der Lebenszyklusperspektive nahe gelegten Muster sind die öffentlichen Bildungsinvestitionen in Deutschland im internationalen Vergleich relativ gering im frühkindlichen und Grundschulbereich und relativ hoch im Tertiärbereich. Eine Verlagerung der öffentlichen Bildungsausgaben aus den späten in die frühen Phasen des Bildungslebenszyklus würde die deutsche Bildungsfinanzierung sowohl gerechter als auch effizienter machen.

Schlüsselwörter: Bildungserträge, Bildungsfinanzierung, Bildungsgerechtigkeit, Effizienz, Lebenszyklus

 

Summary
Education Finance in Germany from a Lifecycle Perspectives: An Efficiency-Equity Trade-off?
Both theory and empirical evidence suggest that there is a lifecycle of educational finance in which the returns to educational investments tend to decrease with age. Returns tend to be highest for disadvantaged children in the early stages and for those who have already acquired high-quality education in the late stages. As a consequence, there is a complementarity between equity and efficiency in early stages and a trade-off in late stages of the educational lifecycle. In opposition to the pattern suggested by the lifecycle perspective, public educational investments in Germany are relatively low in an international comparison in early childhood and primary education and relatively high in tertiary education. Shifting public educational expenditure from late to early stages of the educational lifecycle would make German educational finance both more equitable and more efficient.

Keywords: educational equity, educational finance, efficiency, lifecycle, returns to education


Hendrik Jürges/Kerstin Schneider

Ressourcen und Anreize im Bildungswesen. Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten des Staates aus Sicht der Bildungsökonomik
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 234-252

Zusammenfassung
Ökonomen haben viel Vertrauen in Märkte und individuelle Entscheidungen. Jeder Staatseingriff bedarf der Begründung. Das gilt auch dann, wenn dies einen für die Wohlfahrt eines Landes so wichtigen Bereich wie die Bildung betrifft. Es muss zunächst geprüft werden, ob und wo Marktversagen bei individuellen Entscheidungen über Bildungsinvestitionen vorliegt. Weiter bleibt zu diskutieren, wie der Staat geeignete Rahmenbedingungen für ein Bildungssystem setzen kann. Sollen mehr öffentliche Mittel in den Bildungssektor fließen? Oder sind vielmehr im Bildungssystem Anreize zu setzen, damit sich sowohl die Lernenden als auch die Lehrenden intensiver im Bildungsprozess engagieren? Zur Gestaltung von Anreizen gibt es in der bildungsökonomischen Literatur eine Vielzahl von Ansatzpunkten, von denen in diesem Beitrag exemplarisch (und für Deutschland möglicherweise besonders interessant) die Einführung zentraler Abschlussprüfungen und leistungsabhängiger Bezahlung von Lehrkräften diskutiert werden.

Schlüsselwörter: leistungsabhängige Bezahlung, Staatseingriff, zentrale Abschlussprüfungen

 

Summary
Resources and incentives in Education: Tasks and possibilities of state for action from the perspective of education economics
Economists have a lot of confidence in markets and individual decisions. Each policy intervention has to be justified. This holds also regarding interventions that affect individual education decisions, with education being a key determinant of a nation‘s welfare. In order to justify policy interventions, one first has to identify market failure concerning individual decisions. It is also necessary to discuss how policy can set appropriate framework conditions: Should more resources be allocated to the education sector? Or should the education system rather create the right incentives for teachers and students to put more effort into the educational process? The education economics literature deals with a number of approaches that create such incentives. By way of example, we discuss two of them that might be of particular interest for education policy in Germany: central exit examinations and performance-pay for teachers.

Keywords: central exit examinations, performance-based pay, policy intervention


Paul E. Peterson

School Vouchers in the United States: Productivity in the Public and Private Sectors
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 253-267

Zusammenfassung
Bildungsgutscheine in den USA: Zur Produktivität im öffentlichen und privaten Sektor
Zahlreiche Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass eine private Beschulung vorteilhafter für sozial benachteiligte und aus ethnischen Minderheiten stammende Schüler ist als für privilegierte weiße. Mögliche Gründe für diesen Unterschied in der Wirkung zwischen sozialen Schichten beinhalten: 1.) die geringere Anzahl an Auswahlmöglichkeiten im öffentlichen Bereich für Schüler aus Minderheiten oder aus auf andere Weise benachteiligten Familien, 2.) die kleinere Größe der Schulen, die geringere Anzahl an Schulwechseln und die einfachere Administration des privaten Sektors und 3.) die ausgeprägtere gemeinschaftliche Teilhabe im privaten Sektor durch die stärkeren extrinsischen Anreize für Schüler und ihre Familien (mehr Hausaufgaben, höhere Ansprüche an das Verhalten und die Leistungen, wenn der Schüler an der Schule bleiben will, größere Kontaktintensität zwischen Schule und Elternhaus und ausgeprägtere finanzielle Pflichten sowie höhere Bildungsaspiration). Da stärkere extrinsische Anreize benötigt werden, um benachteiligte Schüler und ihren Familien zu motivieren, hat die private Beschulung gerade auf sie besonders positive Auswirkungen – und das trotz der geringeren finanziellen Ressourcen von Privatschulen.

Schlüsselwörter: Bildungsgutscheine, (Ko-)Produktivität,, Privatschulen sozial benachteiligte Schüler

 

Summary
Private schooling has been shown to be more beneficial for students from disadvantaged social and minority ethnic backgrounds than for advantaged white students. Possible explanations for difference in impact across social groups include: 1) fewer choices available in the public sector to minority and other disadvantaged families; 2) smaller schools, fewer transfers among schools, and greater administrative simplicity in the private sector; 3) better co-production in the private sector by providing stronger extrinsic learning incentives to students and families (more homework, higher behavioral and educational expectations if student is to remain in the school; more extensive communications between school and family, and requirements that families make financial and educational contributions). Because stronger extrinsic incentives are needed to motivate disadvantaged than advantaged students and families, it is for these students that private schooling has particularly positive educational impacts, despite the fewer fiscal resources available to private than public schools.

Keywords: private schools, (co-)productivity, school vouchers, students of disadvantaged social and minority ethnic backgrounds


Klaudia Schulte/Susanne Bögeholz/Rainer Watermann

Selbstwirksamkeitserwartungen und Pädagogisches Professionswissen im Verlauf des Lehramtsstudiums
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 268-287

Zusammenfassung
In der vorliegenden Studie wurde untersucht, wie sich multidimensional erfasste Lehrer-Selbstwirksamkeitserwartungen in der Lehrerbildung entwickeln und wie Selbstwirksamkeitserwartungen und das Pädagogische Professionswissen von angehenden Lehrkräften zusammenhängen. In einer Querschnittsstudie wurden 257 Personen untersucht (173 Studienanfänger, 27 fortgeschrittene Studierende, 38 Examenskandidaten, 19 Referendare). Die Daten zeigen, dass die befragten Referendare höhere Selbstwirksamkeitserwartungen aufweisen als die Studienanfänger. Im Bereich Diagnostische Kompetenz zeigen sich während des Studiums keine Veränderungen, diese Erwartung verringert sich jedoch bei den Referendaren. Sowohl im Bereich Kommunikation und Konfliktlösung als auch im Bereich Anforderungen des Lehrerberufs zeigen sich keine Unterschiede zwischen den befragten Gruppen. Das Pädagogische Professionswissen steigt über das Studium hin zum Referendariat an. Die Bereiche Unterrichten und Leistungsbeurteilung weisen Zusammenhänge zum Pädagogischen Professionswissen auf. Abschließend wird die Nützlichkeit der multidimensionalen Erfassung von Selbstwirksamkeitserwartungen diskutiert und es werden Implikationen für zukünftige Forschungsansätze präsentiert.

Schlüsselwörter: Lehrerbildung, Pädagogisches Professionswissen, Lehrer-Selbstwirksamkeitserwartung

 

Summary
Teacher Self-Efficacy and General Pedagogical Knowledge During Teacher Education
The present study investigates how teacher self-efficacy beliefs develop during teacher education and how self-efficacy beliefs and general pedagogical knowledge of student-teachers are related. In a cross-sectional study, 257 student-teachers were investigated (173 first year students, 27 advanced students, 35 examination candidates, 19 preservice teachers). The data show that self-efficacy beliefs for the subscales classroom management and assessment increase between the start and the end of training (preservice teachers). Concerning diagnostic competency, self-efficacy beliefs do not change during studies and even decrease for the preservice teachers. For the subscales communication and conflicts as well as coping little difference is noticeable. Professional knowledge, in contrast, increases during studies. Self-efficacy beliefs for classroom management and assessment are linked to professional knowledge. Finally, the usefulness of the multidimensional measuring of self-efficacy beliefs is discussed and implications for future research approaches are presented.

Keywords: general pedagogical knowledge, teacher education, teacher self-efficacy


Uwe Gellert/Anna-Marietha Hümmer

Soziale Konstruktion von Leistung im Unterricht
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 288-311

Zusammenfassung
Die Unterschiede in den fachlichen Leistungen von Schülern werden gewöhnlich auf unterschiedliche kognitive Dispositionen, moderiert durch eine je verschieden stark ausgeprägte Leistungsmotivation, zurückgeführt. Aus mikrosoziologischer Sicht hingegen stellen Leistungsunterschiede (inter-)subjektive Konstruktionen dar. Diesen Konstruktionen und den Mechanismen ihrer Produktion wird im Beitrag nachgegangen. Dazu beziehen wir uns auf die von Bernstein (1990, 1996) ausgebreitete bildungssoziologische Theorie regulativer Prinzipien und analysieren interpretativ Passagen aus dem Mathematikunterricht am Beginn des fünften Schuljahrs. Im mikro- soziologischen Analysefokus steht, ob und wie der Lehrer den Schülern verdeutlicht, was es zu beherrschen gilt, um im Unterricht als leistungsstark zu gelten. Wir stellen dar, in welcher Weise Leistungserwartungen im Unterricht nicht allein auf fachbezogene kognitive Fähigkeiten bezogen werden, woraus wir folgern, dass die Explizierung von Leistungsdisparitäten im Prozess der Codierung und Decodierung von (auch fachbezogener) Verhaltenserwartung vollzogen wird.

Schlüsselwörter: Code, interpretative Analyse, Leistungsdisparität, Mathematikunterricht, qualitative Bildungssoziologie, Regeln, Unterrichtsinteraktion

 

Summary
The Social Construction of Performance in Lessons
The differences in the subject specific performance of pupils are usually explained on the basis of different cognitive dispositions, which are mediated by individual performance motivation. From a micro-sociological perspective, however, differences can be seen as (inter)subjective constructions. These constructions and the mechanisms of their production are the subject of this article. The framework is provided by Bernstein‘s (1990, 1996) developed education sociological theory of regulative principles and we analyze interpretative passages from mathematic lessons at the start of the fifth school year. The micro-sociological focus is on whether and how teachers clarify to their pupils what they have to achieve to be seen as high performers in lessons. We will show that performance expectations in lessons are not only related to subject-specific cognitive abilities and conclude on this basis that making performance disparities explicit is linked to a process of coding and decoding of (also subject-specific) behavioral expectations.

Keywords: code, interaction in lessons, interpretative analysis, mathematic lessons, performance parity, qualitative education sociology, rules


Heinz Reinders/Enikö Varadi

Individuationsprozesse und interethnische Freundschaften bei Jugendlichen türkischer Herkunft
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 2, S. 312-326

Zusammenfassung
Am Beispiel türkischer Jugendlicher wird in der vorliegenden Studie untersucht, welche Zusammenhänge zwischen Freundschaften zu deutschen Jugendlichen und dem Individuationsprozess dieser Jugendlichen bestehen. Theoretisch wird die Individuationstheorie herangezogen und um Annahmen zu Auswirkungen interethnischer Freundschaften auf den Ablöseprozess von Migrantenjugendlichen ergänzt. Das daraus entwickelte „Kulturinformierte Individuationsmodell“ wird als Heuristik für Daten von 449 Jugendlichen türkischer Herkunft im Alter von 12 bis 17 Jahren genutzt. Die Befunde zeigen, dass Freundschaften zu deutschen Jugendlichen veränderte Autonomievorstellungen türkischer Jugendlicher mit sich bringen. Gleichzeitig deuten die Befunde an, dass aus interethnischen Freundschaften keine bedeutsam höhere Konfliktrate zwischen Eltern und Jugendlichen abgeleitet werden kann.

Schlüsselwörter: Adoleszenz, Familie, Freundschaft, Individuation, Migration

 

Summary
Individuation of Turkish immigrant youth
This study focuses on the relationship between interethnic friendships and individuation processes of Turkish immigrant youth. According to the individuation theory and additional information drawn from former research, interethnic friendships should influence the development of these adolescents‘ autonomy. Data from 449 Turkish adolescents living in Germany (age 12 to 17) were used to test the theoretical model and give first insights into the relationship between Turkish-German friendships and individuation of immigrant youth. Results show that Turkish youth with German friends tend to develop different strives for autonomy. Yet, these conceptions of autonomy only effect family cohesion modestly.

Keywords: adolescence, family, friendship, individuation, migration

 


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