Friedrich-Wilhelm Schrader · Andreas Helmke · Ingmar Hosenfeld

Stichwort: Kompetenzentwicklung im Grundschulalter
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 1, S. 7-29

 

Zusammenfassung

Die Entwicklung schulisch relevanter Kompetenzen ist ein Thema, das sich im Schnittfeld von Entwicklungspsychologie, Sozialisationsforschung und Pädagogischer Psychologie befindet. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Kompetenzentwicklung im Grundschulalter. Nach einer Klärung des Kompetenzbegriffs wird auf die entwicklungspsychologischen Hintergründe schulischer Kompetenzen in der betrachteten Altersphase eingegangen. Anschließend wird die Entwicklung in vier zentralen schulischen Kompetenzbereichen dargestellt, die Gegenstand aktueller Forschung sind: Lesen, Schreiben, mathematisches und naturwissenschaftliches Denken. Danach werden Bedingungen der Kompetenzentwicklung thematisiert, wobei auf ausgewählte individuelle Bedingungsfaktoren (Intelligenz, Vorwissen, Sprache) und Umweltfaktoren (Familie, Unterrichtsqualität, Klassenzusammensetzung) eingegangen wird. Allgemeine und differentielle Entwicklungsveränderungen werden beschrieben und exemplarisch anhand empirischer Studien dargestellt.

Schlüsselwörter: Kompetenz · Grundschule · Lesen · Schreiben · Mathematisches Denken · Naturwissenschaftliches Denken · Unterrichtsqualität · Klassenzusammensetzung

 

Summary
Keyword: Development of Competencies During Elementary School
The development of scholastic competencies is a topic discussed in the cross-section between the fields of developmental psychology, education, and educational psychology. This article will attempt an overview of the development of competencies during elementary school. After a conceptual clarification of the term competency, the focus will turn to the development of scholastic competencies at elementary school level from a development psychology perspective. Following this, the developmental changes within four basic competence domains, which are central topics of current research, are described: reading, writing, mathematics, and science. Factors affecting the development of scholastic competencies are then discussed, including individual (intelligence, prior knowledge, language) as well as environmental determinants (family, quality of instruction, classroom composition). General as well as differential changes in the four domains are described and illustrated by empirical research results.

 

Keywords: classroom composition · competency · elementary school · mathematics · natural science · quality of instruction · reading · writing

 


 

Gerd Walther · Knut Schwippert · Eva-Maria Lankes · Tobias C. Stubbe

Können Mädchen doch rechnen? Vertiefende Analysen zu Geschlechtsdifferenzen im Bereich Mathematik auf Basis der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 1, S. 30-46

Zusammenfassung
In dem vorliegenden Beitrag werden die Mathematik-Items der IGLU Studie 2001 anhand differentieller Item-Analysen daraufhin untersucht, ob bestimmte Aufgabenmerkmale geschlechtstypische Unterschiede bewirken. Über die Resultate bereits vorliegender Studien zu diesem Thema hinaus gelingt es, eine Reihe von weiteren Merkmalen zu identifizieren, die dazu beitragen, die jeweils unterschiedlichen Fähigkeiten von Mädchen und Jungen genauer zu beschreiben. Für beide Geschlechter gibt es Items, die sie besser, und solche, die sie schlechter lösen können. Aus einer kompetenzorientierten Perspektive, also aus dem Verständnis dessen, was Kinder zu leisten imstande sind, ist dieses Ergebnis ermutigend. Die Befunde legen den Schluss nahe, dass sowohl Mädchen als auch Jungen im Unterricht gemäß ihren spezifischen Stärken und Schwächen unterschiedlich gefördert werden müssen.

 

Schlüsselwörter: geschlechtstypische Aufgabenmerkmale · differentielle Itemanalyse · IGLU-Studie 2001 · mathematische Kompetenzen im Grundschulalter

 

Summary
So Girls Really Can Calculate? In-depth Analysis of Gender-specific Differences in Mathematics on the Basis of the International Literacy Study PIRLS
This contribution investigates mathematic items from the PIRLS 2001 study using differential item analysis to understand whether specific tasks produce gender specific differences. Beyond existing results from previous studies on this issue, it is now possible to identify a series of characteristics that contribute to a more accurate description of the different abilities of girls and boys. For both genders there are items, which they solve better, and others, which they solve worse than their counterparts. From a competency perspective, i.e. following on from an understanding of what children can achieve, this result is encouraging. The findings suggest that both girls and boys must be supported in different ways according to their specific strengths and weaknesses.

 

Keywords: characteristics of gender-specific tasks · differential item analysis· mathematic competencies at primary school age · PIRLS 2001

 


Kai S. Cortina · Joanne F. Carlisle · Ji Zeng

Context Effects on Students’ Gains in Reading Comprehension in Reading First Schools in Michigan
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 1, S. 47-66

Zusammenfassung
Teil B des "No Child Left Behind Act", in den USA als Gesetz seit 2002 in Kraft, umfasst das Programm "Reading First" (RF), das Bundesstaaten finanziell unterstützt, die ein zuvor genehmigtes Interventionsprogramm zur Verbesserung des Lese- und Rechtschreibleistung von Grundschülern aus sozial benachteiligten Schulen mit chronischen Leistungsdefiziten implementieren. Die vorliegende Studie untersuchte, inwieweit RF in Michigan die selbstgesteckten Ziele nach fünfjähriger Intervention erreicht hat. Die Analysen basieren auf Testdaten des Leseverständnisses aller Schüler der beteiligten Schulen in einem mehrjährigen Mehrkohortenlängsschnitt der Jahre 2002 bis 2006. Die Befunde belegen im Kohortenvergleich substantielle Zugewinne im Leseverständnis für diejenigen Schüler, die von der ersten Klasse an auf eine RF Schule gingen. Diejenigen Schüler jedoch, die aufgrund sozio-demographischer Merkmale als Risikogruppe eingestuft wurden (z.B. Kinder aus verarmtem Elternhaus), zeigten vergleichsweise geringe Zugewinne. Zudem wirkte sich auf die Entwicklung des Leseverständnisses ungünstig aus, wenn die Schule einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit demographischen Risikofaktoren aufwies. Wenn auch insgesamt erfolgreich, so scheint RF doch nicht umfassend genug zu sein, um den massiven Benachteiligungen entgegenzuwirken, die Schulen in sozialen Brennpunkten belasten.

Schlüsselwörter: Leseverständnis · Grundschule· Evaluation· Längsschnittstudie · No-Child-Left-Behind · Reading First · Kontexteffekte · Accountability

 

Summary
Reading First, Part B of Title 1 of the No Child Left Behind Act of 2001, provides support for states with approved programs to improve the reading achievement of early elementary students in high poverty, chronically low achieving schools. The purpose of this study is to examine the extent to which the Reading First program in the state of Michigan is making progress in meeting this goal after five years of implementation. The study design makes use of the reading comprehension achievement test results for cohorts of students who entered the program in different years and who took the test two or three times while attending a Reading First school in Michigan between 2002 and 2006. The results indicate that overall the students showed significant gains in reading comprehension; further, students with three years in Reading First tended to score higher than those with two years in Reading First. However, students whose socio-demographic characteristics place them at an educational disadvantage (e.g., eligibility for subsidized lunch) made relatively modest gains in reading comprehension. In addition, any negative effects attributable to such student characteristics are compounded when the student body in the school is composed of a large percentage of students with the same characteristic. These results suggest that while a successful program overall, Reading First is not comprehensive enough to counteract the sociodemographic problems of extremely high poverty schools.

 

Keywords: accountability · context effects · elementary school · evaluation · literacy · longitudinal study · No Child Left Behind · Reading First


Christoph Wulf

Rituale im Grundschulalter: Performativität, Mimesis und Interkulturalität
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 1, S. 67-83

Zusammenfassung
Rituale und Ritualisierungen haben in der Erziehung, Bildung und Sozialisation von Kindern im Grundschulalter eine zentrale Bedeutung. Sie strukturieren deren Leben und unterstützen sie dabei, sich in eine soziale Ordnung einzufügen und mit dieser konstruktiv umzugehen. Rituale gestalten Übergänge zwischen Sozialisationsfeldern und Institutionen und ermöglichen das für Unterricht und Schule so wichtige soziale Lernen. Aufgrund ihrer Performativität wirken pädagogische Praktiken wie Rituale und Ritualisierungen in allen Sozialisationsfeldern. Die Performativität von Handlungen zeigt sich darin, wie Kinder ihr Verhalten und Handeln allein bzw. gemeinsam mit Erwachsenen inszenieren und aufführen. Mit dem performativen Charakter erzieherischer und sozialer Praktiken wird deren Körperlichkeit bezeichnet. Wichtige Teile kulturellen Lernens im Grundschulalter vollziehen sich in mimetischen Prozessen. In diesen werden Bilder, Schemata, Vorstellungen von anderen Menschen, von sozialen Situationen, Ereignissen und Handlungen inkorporiert und in die mentale Bilderwelt eingegliedert. Dadurch wird ein praktisches Wissen erworben, das Kinder fähig macht, gemeinsam zu lernen und zu handeln, zu leben und zu sein. Angesichts der Globalisierung und Europäisierung ist Erziehung und Bildung in Europa heute eine interkulturelle Aufgabe, für deren Wahrnehmung Rituale und Ritualisierungen, pädagogische und soziale Gesten, die Performativität sozialer Praktiken und mimetische Formen des Lernens eine große Rolle spielen. Ethnographie und qualitative Methoden eignen sich für die Erforschung von Ritualen und Ritualisierungen, der Performativität pädagogischer Praktiken, von mimetischen Prozessen und interkulturellen Bildungsprozessen. Zu den wichtigsten Methoden, die einander ergänzen und daher nach Möglichkeit miteinander verschränkt wurden, gehören die Teilnehmende Beobachtung, die Videogestützte Beobachtung, die Videoinszenierung und die Fotoanalyse sowie Interviews und Gruppendiskussion. Mit Hilfe dieser Methodenvielfalt wird versucht, möglichst komplexe und methodisch nachvollziehbare Untersuchungsergebnisse zu erarbeiten.

Schlüsselwörter: Ritual · Mimesis · Performativität · Soziale Praktiken · Körper · Interkulturalität · Lernen

 

Summary
Rituals in Primary School Age - Performativity, mimesis and interculturality
Rituals and ritualization play a central role in the upbringing, education and socialization of children at primary school age. They structure children's lives and support their integration into the social order in a constructive manner. Rituals shape transitions between fields of socialization and institutions, and facilitate social learning, which is important both in lessons and more generally at school. Due to their performativity, pedagogic processes act just like rituals and ritualization in all fields of social action. How children stage (or perform) their behaviour and actions, whether alone or together with adults, can be seen as the performativity of actions. Important aspects of cultural learning at primary school age occur as mimetic processes. In this, pictures, schemes, the expectations of others, of social situations, occurrences and actions are incorporated into an individual's "world" of mental pictures. This practical knowledge enables children to learn and act together, to live and to exist. In view of Globalization and Europeanization, upbringing and education have become an intercultural task, for which rituals, ritualization, pedagogic and social gestures, the performativity of social practices and mimetic forms of learning play an important role. Ethnography and qualitative methods are appropriate for investigating rituals and ritualization, the performativity of pedagogic practices, of mimetic processes and intercultural education processes. Amongst the most important methods, which are complementary and, where possible, should be combined, are participative observation, video-supported observation, video performance and photograph analysis, interviews and group discussions. With the help of this method-mix, attempts can be made to capture complex and methodologically transparent research results.

 

Keywords: Body · Interculturality · Learning · Mimesis · Performativity · Ritual · Social Practices


Oliver Walter · Petra Stanat

Der Zusammenhang des Migrantenanteils in Schulen mit der Lesekompetenz: Differenzierte Analysen der erweiterten Migrantenstichprobe von PISA 2003
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 1, S. 84-105

Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag wird der Frage empirisch nachgegangen, ob in Schulen der Anteil von Jugendlichen, deren Familien aus der ehemaligen Sowjetunion oder aus der Türkei zugewandert sind, einen eigenständigen Effekt auf die individuelle Lesekompetenz hat. Die zugrunde liegende Datenbasis bildet eine Teilstichprobe von 14.169 Jugendlichen aus der erweiterten Stichprobe von PISA-E 2003. Die mehrebenenanalytischen Auswertungen zeigen, dass der Anteil von Jugendlichen, deren Familien aus der ehemaligen Sowjetunion stammen, unter Kontrolle einer Vielzahl von Individual- und Kompositionsmerkmalen keinen eigenständigen Effekt auf die Lesekompetenz hat. Im Gegensatz dazu findet sich für den Anteil von Jugendlichen türkischer Herkunft ein signifikant negativer Zusammenhang mit der Leseleistung. Mit einem Leistungsnachteil von 22 Punkten auf der PISA-Skala ist der Effekt in Schulen, in denen der Anteil dieser Herkunftsgruppe an der Schülerschaft größer als 40 Prozent ist, besonders ausgeprägt. Die Annahme, dass der Effekt des Migrantenanteils auf die Leseleistung überwiegend über die Herkunftssprache der Jugendlichen vermittelt wird, ließ sich nicht bestätigen.

 Schlüsselwörter: Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund · Disparitäten im schulischen Erfolg · PISA· Kompositionseffekte · Migration · ethnischer Hintergrund · Schülerinnen und Schüler türkischer Herkunft· Jugendliche aus der ehemaligen Sowjetunion

 

Summary
The Relationship Between the Proportion of Immigrant Students and Reading Competence: In-depth Analyses of the Extended Immigrant Sample in PISA 2003
This article investigates whether the proportion of pupils in schools whose families have immigrated from the former Soviet Union or Turkey has an independent effect on students' reading competence. The data base consists of a subsample of 14.169 students from the PISA-E 2003 assessment. Multi-level analyses show that, controlling for a number of individual and composition characteristics, the proportion of students whose parents came from the former Soviet Union is not associated with reading competence. For the proportion of students whose families have immigrated from Turkey, in contrast, a significant negative relationship was found. At 22 points on the PISA scale, this effect is particularly pronounced in schools from the lower track (Hauptschulen) where the proportion of student with a Turkish background is 40% or higher. The prediction that composition effects associated with students' immigrant backgrounds would be mediated by their native languages, however, was not corroborated.

Keywords: composition effects · disparities in school success · ethnic background · immigration · immigrant students · PISA · students with Turkish backgrounds · students from the former Soviet Union

 

 


Margrit Stamm

Underachievement von Jungen: Perspektiven eines internationalen Diskurses
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 1, S. 106-124

Zusammenfassung
Im Mittelpunkt dieses Aufsatzes steht die international zu beobachtende Jungenwende. Gemeint ist damit die verstärkte Konzentration auf die Jungen aufgrund der wachsenden Besorgnis um ihre im Vergleich zu den Mädchen schlechteren Schulleistungen ("Underachievement"), ihre zunehmende Absenz in anspruchsvollen Bildungsgängen und ihr problematisches Sozialverhalten. Der Aufsatz analysiert Erklärungen für dieses Phänomen und belegt die Hypothese, wonach viele, vor allem medienpräsente Argumentationsmuster auf einer Dichotomie ,früher die Mädchen - jetzt die Jungen' basieren und damit von einer Gruppenhomogenität innerhalb der Geschlechter ausgehen, die substanziellere Differenzen wie Ethnie oder soziale Herkunft verdeckt. Im Sinne einer forschungsleitenden Heuristik werden zwei Differenzierungen eingefordert: (a) die verstärkte Berücksichtigung der Erkenntnisse des deutschsprachigen Diskurses, der schon seit längerer Zeit auf die Koexistenz von Vor- und Nachteilen innerhalb der Geschlechter anstelle einer starren Mädchen- und Jungentypik verweist und (b) der Einbezug von Kontextfaktoren wie soziales Milieu oder jugendkulturelle Hintergründe. Diese Differenzierungen erlauben, die Diskussion auf ein ausgewogeneres Fundament zu stellen, als dies bisher der Fall war.

 Schlüsselwörter: Underachievement · Schulleistungen · Gender · Schulversagen · Sozialisation

 

Summary
Underachieving Boys - Perspectives from an international debate
This contribution deals with the observable "boy turn" in international debates. This refers to the focus on boys due to worries concerning their underachievement in comparison to girls, their increasing abstinence in higher-Ievel educational programs and problematic social behavior. This paper analyses explanations for this phenomenon and provides evidence for the hypothesis that many lines of argument - particularly in the media - are based on a dichotomy "previously the girls - now the boys". In this, an assumption is made on group homogeneity by gender that covers up more substantial differences such as ethnicity and social background. In the sense of a research-guiding heuristic, two differentiations are demanded: (a) a stronger reflection on the findings from the German debate, which has emphasized the co-existence of advantages and disadvantages within genders instead of a strict girls vs. boys typology over many years and (b) the inclusion of context factors such as social milieu and youth-culture. Such differentiation provides a more balanced fundament for debates than has been hitherto available.

Keywords: gender · school failure · school performance · socialization · underachievement

 

 


Fritz-Ulrich Kolbe · Sabine Reh · Bettina Fritzsche · Till-Sebastian Idel · Kerstin Rabenstein

Lernkultur: Überlegungen zu einer kulturwissenschaftlichen Grundlegung qualitativer Unterrichtsforschung
in: ZfE, 11. Jg. (2008), H. 1, S. 125-143

Zusammenfassung
In der Kritik an der schulpädagogischen Rezeption des Kulturbegriffs, insbesondere an der normativ aufgeladenen Konzeption einer "neuen Lernkultur", wird in diesem Aufsatz an einem sozialwissenschaftlichen, im engeren Sinne "praxistheoretischen" Verständnis von Kultur Anschluss genommen. Lernkultur konstituiert sich in pädagogischen Praktiken, in regelgeleiteten, typisierten und routinisierten, körperlich aufgeführten und Interaktionen einschließenden Bearbeitungen verschiedener (pädagogischer) Differenzen, etwa der zwischen der sozialen Ordnung eines pädagogischen Angebotes und anderen Ordnungen, zwischen Vermittlung und Aneignung und der zwischen schulisch relevantem und anderem Wissen. Diesem Verständnis von Lernkultur entspricht methodologisch die Entscheidung für eine in besonderer Weise vorgehende, videobasierte Erforschung pädagogischer Praktiken. Das wäre als Konstituierung einer "empirischen Didaktik" zu verstehen.

 Schlüsselwörter: Fachkultur · Kulturwissenschaft · Lernkultur · pädagogische Praktiken · Qualitative Unterrichtsforschung · Schulkultur · Schulpädagogik · Videografie

 

Summary
Towards a Cultural Scientific Foundation for Qualitative Research on Teaching and Didactics
On the basis of the critical reception of the term culture in school pedagogy, in particular the normative conception of a "new learning culture", this paper will link to a social scientific (in a narrower sense practical-theoretical) understanding of culture-learning culture constitutes itself in pedagogic practices, in the rule-based, typifying and routinized, physically executed treatment of various (pedagogic) differences; for instance, the difference between the social order of pedagogic offers and other orders, between imparting and acquisition and between school-relevant and other knowledge. According to this understanding of learning culture, the methodological approach must comprise a special type of video-based investigation of pedagogic practices. This would be a first step towards an "empirical didactic".

Keywords: cultural science · learning culture · pedagogic practices · qualitative teaching research · school culture · school pedagogy · subject-culture · videography

 

 


Startseite/Homepage             © Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, Stand: 06.05.2008