Karl Otto Hondrich:
Vom Wert der Arbeit – und der Arbeitslosigkeit.

in: ZfE, 1. Jg. (1998) H. 4, S. 493-500

Zusammenfassung
Dieser Essay behandelt das Thema Arbeit und Arbeitslosigkeit. Dabei wird die Diskussion um das Für und Wider vom Ende der Arbeitsgesellschaft in unkonventioneller Weise beleuchtet und weitergeführt, und es wird entgegen den üblichen Diagnosen vom Wertverlust der Arbeit in der modernen Gesellschaft die Frage gestellt, für welche gesellschaftlichen Probleme die Institutionalisierung der Arbeitslosigkeit eine Lösung darstellt.

Summary
This essay deals with the theme of work and unemployment in an unconventional way. Rather than repeating the typical diagnosis that work has lost its value in modern society. The discussion for and against the end of the work-based society will be considered in a different light. The article poses the question of whether the institutionalization of unemployment might not actually offer a solution for certain societal problems.

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Walter Müller/Yossi Shavit:
Bildung und Beruf im institutionellen Kontext. Eine vergleichende Studie in 13 Ländern.

in: ZfE, 1. Jg. (1998) H. 4, S. 501-534

Zusammenfassung
Dieser Aufsatz untersucht auf der Grundlage einer 13 Länder vergleichenden Studie, wie und weshalb bestimmte Merkmale der Bildungssysteme typische Konsequenzen haben für das Muster und die Stärke der Verbindung zwischen Bildung und beruflicher Plazierung. Er prüft damit die Implikation unterschiedlicher institutioneller Ausgestaltung schulischer und beruflicher Ausbildungsgänge für zentrale Aspekte des Verhältnisses von Bildungssystem und Beschäftigungssystem.

Summary
Based on a comparative study involving 13 countries, the article studies how and why specific charateristics of educational systems have typical consequences for the pattern and strength of the connection between education and job placement. It thus examines the implications of different institutional arrangements of education and vocational training for crucial aspects of the realtionship between the educational and the employment system.

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Michael Galuske:
Jugend ohne Arbeit.
Das Dilemma der Jugendberufshilfe.

in: ZfE, 1. Jg. (1998) H. 4, S. 535-560

Zusammenfassung
Nach einem kurzen Überblick über die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit wird das etablierte Konzept der Jugendberufshilfe skizziert. Es wird daran anschließend unter Rückgriff auf quantitative Entwicklungsdaten aus dem ökonomischen Sektor nach dem Realitätsgehalt dieses Konzeptes gefragt und es werden vor dem Hintergrund neuerer Studien und Untersuchungen zur Jugendberufshilfe zentrale Probleme der Jugendberufshilfe diskutiert. Der Artikel bilanziert damit die Aufgaben und Perspektiven der Jugendberufshilfe aus sowohl arbeitsmarktpolitischer wie sozialpädagogischer Sicht mit dem Ziel, auf diesbezügliche Forschungslücken und Forschungsnotwendigkeiten hinzuweisen.

Summary
The paper begins with a brief look at the problem of unemployment among youth, which is followed by a description of the established method of job assistance. This concept will then be examined using quantitative data on development taken from the economic sector and major problems in job assistance programs will be discussed based on the results of this work and on new studies of the subject. This article thus balances the tasks and possibilities of youth-oriented job assistance from a political, job-marked perspective and a socio-pedagogical one. Its goal is to point out areas that should be investigated further.

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Catherine Hakim:
The expansion of women's part-time work in modern societies: a new perspective.

in: ZfE, 1. Jg. (1998) H. 4, S. 561-576

Zusammenfassung
Der Artikel reflektiert auf der Basis eines internationalen Vergleichs und anhand des Phänomens der Expansion der Teilzeitarbeit bei Frauen den Widerspruch, daß trotz Angleichung im Bildungsniveau und trotz erhöhter Erwerbsbeteiligung die geschlechtsspezifischen Unterschiede bezüglich Einkommen oder Berufstätigkeit weiter fortbestehen.

Summary
This article is based on an international comparison regarding the phenomena of the expansion of part-time work among women. It reflects on the fact that, in spite of an almost equal level of education between men and women and the increased participation of women in the working world, significant differences between men and women in salary and employment still exist.

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Gabriele Bellenberg/Klaus Klemm:
Von der Einschulung bis zum Abitur.
Zur Rekonstruktion von Schullaufbahnen in Nordrhein-Westfalen.

in: ZfE, 1. Jg. (1998) H. 4, S. 577-596

Zusammenfassung
Die offiziell in Deutschland erhobenen schulstatistischen Daten beruhen auf dem Prinzip der Jährlichkeit und lassen eine Verknüpfung individueller Schülerdaten über mehrere Jahre nicht zu. Dies führt dazu, daß der Weg der Schülerinnen und Schüler von der Einschulung bis in die Abschlußklassen nicht gesichert nachvollzogen werden kann. Das damit verbundene Defizit abzubauen war Ziel eines Forschungsprojektes zur ,Rekonstruktion individueller Schullaufbahnen‘. An ausgewählten Schulen aus unterschiedlichen Regionen Nordrhein-Westfalens wurden die Schulkarrieren der Schülerinnen und Schüler der 10. und 13. Klassen aller Schulformen auf dem Wege einer Befragung rekonstruiert. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden für die Bereiche ,Einschulung‘, ,Klassenwiederholung‘, ,Schulformwechsel‘ und ,Schulzeitverbrauch‘ unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Ausprägungen vorgetragen. Der zusammenfassende Versuch der Typisierung von Schullaufbahnen führt zu der Einschätzung, daß das Schulsystem Nordrhein-Westfalens auf der einen Seite mit Haupt- und Realschulen zwei Bildungswege anbietet, in denen ein sehr hoher Anteil der Lernenden im Verlauf der eigenen Schulkarriere sehr konkrete Erfahrungen mit Brüchen machen muß, während es mit Gesamtschulen und Gymnasien auf der anderen Seite zwei Bildungswege vorhält, deren Schülerinnen und Schüler zu deutlich geringeren Anteilen Karrierebrüche erleben.

Summary
The official German statistical school data is collected on an annual basis. This makes it impossible to summarize the data of individual pupils over the years. The result is that a pupil’s school career from the first day of school until the final year cannot be traced correctly. A research project for reconstructing individual school careers aimed to correct this deficit. The school careers of pupils in grades 10 and 13 of selected schools of all types in different regions in NRW were reconstructed with the help of interviews. The results of this research were reported for the following fields, taking into account the sex specific differences: enrolment, class repetition, changing type of school and time spent in school. In attempting to typify school career, the research leads to the conclusion that the NRW school system provides on the one hand two school types (secondary modern school and secondary school) with a high probability of breaks in the individual school careers and on the other hand two school types (grammar schools and comprehensive schools) with a significantly lower probability of breaks in the individual school careers.

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Georg Auernheimer/Rolf van Dick/Thomas Petzel/
Gert Sommer/Ulrich Wagner:

Wie gehen Lehrer/innen mit kulturellen Differenzen um? Ergebnisse aus einer Lehrerbefragung.

in: ZfE, 1. Jg. (1998) H. 4, S. 597-611

Zusammenfassung
Eine von den Autoren mit Unterstützung der Volkswagen-Stiftung durchgeführte Lehrerbefragung zum Umgang mit kritischen Situationen hat gezeigt, daß sich Lehrer/innen bei kulturellen Differenzen kaum zu pädagogischen Aktivitäten veranlaßt sehen. Kernstück der Befragung war ein Raster, mit dem die Lehrer/innen aufgefordert wurden, zu zehn vorgegebenen Situationen die von ihnen bevorzugte Reaktionsweise anzugeben. Faktorenanalytisch ermittelte Reaktionstypen wurden mit ebenfalls erhobenen demographischen Daten und Einstellungen korreliert. Diese statistische Auswertung ist aber nicht Gegenstand des vorliegenden Artikels. Vielmehr wird mit der Interpretation von Kommentaren, die ein Teil der Befragten abgegeben hat, der Frage nachgegangen, warum Lehrer/innen bei kulturellen Differenzen so zurückhaltend sind.

Summary
How do teachers handle cultural differences? A questionnaire conducted by the authors with support from the Volkswagen Foundations investigated how teachers handle critical situations. The study showed that cultural differences rarely induce teachers to apply pedagogical measures. The core of the questionnaire consisted of a grid on which teachers were asked to indicate their likely reaction to 10 specific situations. Types of reactions determined by factor analysis were then correlated with demographic data and attitudes that had been worked out in similar manner. This article, however, does not focus on the statistical evaluation. Instead of doing so, it pursues the question of why teachers are so restrained when it comes to issues of cultural difference based on the interpretation of comments offered by a number of the teachers in the study.

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